Polizeiabsperrung
Blutlache (Symbolbild): Gericht entscheidet gegen stationäre Unterbringung Foto: dpa
Einkaufszentrum „Blechen Carré“

Messerattacke in Cottbus: Täter war polizeibekannt

COTTBUS. Nach der erneuten Messerattacke in Cottbus sind weitere Hintergründe der Tat bekannt geworden. Demnach eskalierte die Auseinandersetzung zwischen dem 16 Jahre alten Syrer und dem gleichaltrigen Deutschen aufgrund einer gemeinsamen Bekannten, berichtete die Bild-Zeitung. Auch soll der Tatverdächtige in einen Angriff auf ein Ehepaar am vergangenen Freitag involviert gewesen sein.

Auslöser der neuen Messerattacke soll ein Vorfall an der Paul-Werner-Oberschule sein. Dem Bericht zufolge hatte ein 15jähriger Syrer eine Mitschülerin sexuell belästigt, ihr Handy weggenommen und gleichzeitig mit dem Tode bedroht. An der Schule sei er wegen seines respektlosen Verhaltens gegenüber Mädchen und weiblichen Lehrkräften bereits bekannt gewesen.

Täter stach an Straßenbahnhaltestelle zu

Freunde des angegriffenen Mädchens trafen am Mittwoch an einer Straßenbahnhaltestelle vor dem „Blechen Carré“ auf den Syrer und seinen 16jährigen Landsmann. Nach einem Wortgefecht soll der 16jährige einen gleichaltrigen Deutschen gegen eine stehende Straßenbahn gedrückt und dann mit einem Messer verletzt haben. Der Schüler erlitt eine Schnittwunde an der Hand, einen Stich ins rechte Bein und einen tiefen Schnitt an der Wange, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Der Verletzte brach anschließend vor einem Laden des Einkaufszentrums zusammen und wurde nach medizinischer Erstversorgung zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Syrer flüchteten, konnten jedoch bereits einen Tag später festgenommen werden und kamen in Untersuchungshaft. Unweit des Tatortes sicherte die Polizei das Tatmesser.

Bereits zuvor stand der Asylbewerber vor Gericht

Auch der 16jährige soll laut Lausitzer Rundschau bereits an der Schule durch Gewalttätigkeiten aufgefallen sein. Der Unterricht selbst interessierte ihn demnach kaum. Da er sich jedem pädagogischen Einfluß verwehrt haben soll, weigert sich die Schule schon seit geraumer Zeit, den jugendlichen Asylbewerber weiter zu unterrichten, schreibt das Blatt.

Im Herbst habe ihn ein Cottbuser Jugendgericht zu einer Erziehungsmaßregel verurteilt, nachdem er beim Fußballspielen auf andere Jugendliche losgegangen war. Kurz danach soll versucht worden sein, den Jugendlichen über das Familiengericht aus seiner Familie herauszunehmen.

Demnach hatte das Jugendamt im November einen Eilantrag gestellt, in dem die zwangsweise stationäre Unterbringung sowie ein Teilentzug des Sorgerechts der Eltern angeregt wurden. Laut Stadtsprecher Jan Gloßmann entschied die Richterin gegen den Antrag des Jugendamtes und hielt eine ambulante Hilfe durch einen Betreuer für ausreichend. Die Cottbuser Polizei wollte die Zeitungsberichte auf Nachfrage der JF nicht kommentieren.

Brandenburgs Innenminister kommt nach Cottbus

Erst am Freitag vergangener Woche hatte es einen Gewaltvorfall durch Asylbewerber in Cottbus gegeben. Ein Ehepaar war im „Blechen Carré“ von drei Jugendlichen angegriffen und mit einem Messer bedroht worden. Die Asylbewerber forderten, die Frau solle ihnen „Respekt“ bekunden und verlangten am Eingang den Vortritt. Zeugen hielten das Trio fest. Unter den Verdächtigen soll auch der 16jährige Messerstecher vom Mittwoch gewesen sein.

Um über die Sicherheitslage in der Stadt und weitere mögliche Maßnahmen zu beraten, kam am Freitag Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in die Lausitz. Cottbus werde vorerst keine weiteren Asylbewerber aufnehmen, sagte er dem rbb. „Wir werden für die nächsten Monate für Cottbus keine weiteren Zuweisungen vornehmen.“ Im Vorfeld hatte der Innenminister von „einem beschämenden Vorfall“ gesprochen, der Konsequenzen haben müsse.

„Die jüngsten Angriffe auf Bürger in Cottbus durch offenbar minderjährige Asylsuchende sind vollkommen inakzeptabel“, betonte er. „Die Schuldigen müssen mit der vollen Härte des Rechtsstaates zur Verantwortung gezogen werden. Ich erwarte von jungen Menschen, die hier bei uns Schutz und Aufnahme gefunden haben, daß sie sich an Recht und Gesetz halten, anstatt Bürgerinnen und Bürger auf offener Straße anzugreifen.“ (ha)

Blutlache (Symbolbild): Gericht entscheidet gegen stationäre Unterbringung Foto: dpa

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