Bildungspolitik

In Berlin sind über 1.000 Lehrerstellen unbesetzt

BERLIN. Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hat eingeräumt, daß für das kommende Schuljahr derzeit rund 1.200 Lehrer in Berlin gesucht werden. Abhilfe sollen Lehramtsstudenten und pensionierte Pädagogen schaffen, erklärte die Politikerin am Montag auf einer Pressekonferenz.

Nach Aussage der Senatorin seien bereits zahlreiche Lehrpersonen angesprochen worden, weiterzuarbeiten.160 sollen bislang ihr Interesse bekundet haben.

„Unterrichten statt Kellnern“

Eine weitere Möglichkeit, die Lücke zu schließen, könne laut Senatorin das Programm „Unterrichten statt Kellnern“ sein. Die Maßnahme sieht vor, daß Lehramtsstudenten neben ihrem Masterstudium bereits eine halbe Stelle als Lehrkraft arbeiten.

Die Berliner Hochschulen lehnten das Programm in ersten Stellungnahmen ab. In einem Brief an Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) teilten sie ihre Sorge mit, die Studiendauer werde sich dadurch verlängern. Auch befürchteten die Leiter der Hochschulen weitere negative Auswirkungen auf die Leistungen und die Präsenz der Studenten in den Universitäten.

Streikverbot für Lehrer bleibt bestehen

Unterdessen hat das Bundesverfassungsgericht am Dienstag das Streikverbot für Beamte bestätigt. Das Streikverbot für Beamte begründeten die Richter damit, daß der Staat auch in Krisensituationen handlungsfähig bleiben müsse. Da dem Bildungssektor eine hohe Bedeutung zukomme, dürften Lehrer davon nicht ausgenommen werden. Vier verbeamtete Lehrer hatten gegen das Streikverbot geklagt. (ag)

Leeres Klassenzimmer in einer Grundschule in Gelsenkirchen Foto: picture alliance/ dpa

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