„Integration verkommt zur Worthülse“

An Hamburgs Schulen werden Deutsche zur Minderheit

HAMBURG. Fast jedes zweite Kind an Hamburgs Schulen hat ausländische Wurzeln. Im Schuljahr 2016/17 betrug der Anteil der Schüler mit Einwanderungshintergrund an Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien knapp über 45 Prozent, ergab eine Anfrage des AfD-Fraktionschefs in der Hamburgischen Bürgerschaft, Alexander Wolf, die der JUNGEN FREIHEIT vorliegt.

An 65 der knapp über 400 Schulen machten Kinder mit ausländischen Wurzeln bereits 70 Prozent aller Schüler aus. An 21 Schulen betrug der Anteil über 80 Prozent, an einer über 90 Prozent.

Als Schüler mit Einwanderungshintergrund zählen Kinder, die nicht in Deutschland geboren sind, eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen, mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde oder eine nicht deutsche Staatsangehörigkeit hat.

„Wer integriert hier wen?“

„Die Zahlen zeigen, wie rasant und dramatisch sich die Zusammensetzung unserer Stadtgesellschaft verändert. Wie kann an Schulen mit mehr als 70, 80 oder 90 Prozent Migranten Integration noch gelingen und wer integriert hier wen“, beklagt Wolf. Integration verkomme zu einer „bedeutungslosen Worthülse“.

Der Anteil von Schülern mit ausländischen Wurzeln schwenkt den Angaben der Bürgerschaft zufolge je nach Schulart beträchtlich. Während der Wert bei staatlichen Grundschulen mit 49,3 Prozent an der 50-Prozent-Hürde kratzt, liegt er bei Gymnasien bei 37,3 Prozent.

Niedrigere Kompetenzen in Deutsch und Mathematik

Ob es einen Zusammenhang zwischen Schulleistung und Einwanderungshintergrund gibt, weiß die Hamburger Bürgerschaft demnach nicht. Der jährliche Bericht des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen von 2016 ergab jedoch, daß Schüler ohne ausländische Wurzeln in Mathematik sowie Deutsch Lesen, Zuhören und Orthographie im Vergleich zu Schülern mit Einwanderungshintergrund höhere Kompetenzen aufweisen.

Wolf zufolge fragten sich auch Eltern mit ausländischen Wurzeln, ob sie ihre Kinder guten Gewissens auf Schulen schicken könnten, die bereits „eine verfestigte Parallelkultur“ aufwiesen. „Ein geregelter Unterricht ist dort nur schwer möglich, wenn Lehrer ihre Schüler überhaupt erst auf einheitliches Sprachniveau bringen müssen.“ (ls)

Schulkinder: Der Anteil deutscher Kinder sinkt Foto: picture alliance

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