Mord an Kleinkind

Zweijährige getötet: Verdächtiger sollte abgeschoben werden

HAMBURG. Nach dem Mord an einem zwei Jahre alten Mädchen in Hamburg sind weitere Details zum mutmaßlichen Täter und Vater bekannt geworden. Demnach hätte der 33 Jahre alte Pakistaner längst abgeschoben werden sollen, berichtet die Welt.

Laut Ausländerbehörde lebte Sohail A. seit 2011 in Deutschland und stellte 2012 in Hessen einen Asylantrag. Dieser wurde abgelehnt. Allerdings erhielt der Mann die folgenden Jahre eine Duldung, weil er angab, keine Ausweispapiere zu besitzen. Er habe sich in den entsprechenden Verfahren „nicht besonders kooperativ“ gezeigt, sagte ein Sprecher der Ausländerbehörde. Es sei dadurch nicht möglich gewesen, zeitnah Ersatzpapiere auszustellen.

Zwei Jahre später beantragte der Pakistaner eine Aufenthaltserlaubnis, die ebenfalls abgelehnt wurde. Sohail A. legte gegen die Entscheidung Widerspruch ein, das Verfahren läuft noch. Das Gericht verfügte dem Bericht zufolge, daß der Mann vor Abschluß des Verfahrens nicht abgeschoben werden darf.

Auch dem Jugendamt war der mutmaßliche Täter bekannt. Im Juli 2016 hatte eine Kinderärztin dem Jugendamt gemeldet, in der Familie gebe es häusliche Gewalt. Daraufhin sei eine Sozialpädagogin eingeschaltet worden.

Kind war die Kehle durchgeschnitten worden

Am Montag hatten Polizisten in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Neugraben-Fischbek die Tochter des Mannes mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Der Vater ist seitdem auf der Flucht.

Auslöser für den Mord an dem Mädchen soll nach ersten Erkenntnissen ein Streit zwischen dem Mann und seiner Ehefrau gewesen sein. Die 32 Jahre alte Mutter der Tochter sei am Montag abend zur Polizei gegangen, um Anzeige gegen ihren Ehemann wegen Bedrohung zu erstatten, sagte ein Polizeisprecher.

Gemeinsam mit Polizisten fuhr sie dann zur Wohnung der Familie. Dort wollten die Beamten dem Ehemann ein Hausverbot erteilen. Beim Betreten der Wohnung entdeckten sie das tote Mädchen. Der Vater war bereits verschwunden. (ha)

Mord an zwei Jahre altem Mädchen: Kerzen und ein Teddybär vor dem Haus in Hamburg Foto: dpa

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