Joachim Kuhs
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Hölzerner Schattenriß der geplanten Karl-Marx-Statue in Trier Foto: picture alliance/ dpa

AfD-Kritik
 

Trier streitet um Marx-Büste aus China

TRIER. Die AfD-Fraktion im Landtag von Rheinland Pfalz hat die Entscheidung der Stadt Trier, eine Marx-Statue als Geschenk von China anzunehmen, kritisiert. „Karl Marx war weniger ein Philosoph, als vielmehr ein antidemokratischer Revolutionär, der Haß, Gewalt und Terror als legitime Mittel gesellschaftlicher Veränderung betrachtete“, sagte der Landtagsabgeordnete Michael Frisch.

Zweifellos gebe es daher einen Zusammenhang zwischen seiner Ideologie und den Verbrechen der kommunistischen Diktaturen im 20. Jahrhundert. Sein Fazit: „Marx eignet sich nicht zum Heiligen und deshalb brauchen wir keine riesige Marx-Ikone als Wallfahrtsort für alte und neue Marx-Gläubige.“

Kritik am Geber

Eine große Rolle spielt für Frisch aber auch, daß die Statue anläßlich des 200. Geburtstags des kommunistischen Philosophen ein Geschenk der Volksrepublik China ist: „Über ein von der Stadt finanziertes Denkmal in angemessener Größe und an einem anderen Platz hätte man diskutieren können. Diesem von einem totalitären Regime als Kultobjekt gestifteten Marx-Koloß mitten in der Trierer Innenstadt müssen wir unsere Zustimmung verweigern.“

Am Montag stimmte der Trierer Stadtrat mit großer Mehrheit für die Annahme der 6,30 Meter hohen Büste von China. „Das Geschenk Chinas ist eine Anerkennung für die Geburtsstadt des großen Philosophen Marx“, sagte der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Markus Nöhl, nach einem Bericht des SWR.

Kritik kam hingegen auch von dem Grünen-Stadtratsabgeordneten Reiner Marz: „Wer ein Geschenk annimmt, ehrt den Schenkenden. Die Kommunistische Partei Chinas ist keine Ehre wert.“ Nach den Vorstellungen Pekings soll die Bronze-Skulptur vom chinesischen Künstler Wu Weishan angefertigt und im kommenden Jahr in Trier aufgestellt werden. (tb)

Hölzerner Schattenriß der geplanten Karl-Marx-Statue in Trier Foto: picture alliance/ dpa
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