Lummer
Heinrich Lummer (1993) Foto: picture alliance/ZB-Fotoreport
Heinrich Lummer zum 85. Geburtstag

Schwarzer Sheriff mit Weitblick

In Zeiten wie diesen, in denen das Konservative erstmals seit Jahrzehnten bei vielen Deutschen wieder hoch im Kurs steht, erinnert sich unsereins gern an markante Persönlichkeiten mit dem Herz auf dem rechten Fleck und einem klaren Kompaß für das, was richtig und das, was falsch ist.

Einer der markantesten Köpfe, der sich auch in den wilden achtziger Jahren in Berlin nicht scheute, klaren Kurs zu halten, ist der ehemalige Innensenator Heinrich Lummer (1981 bis 1986). Unter dem Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker war der CDU-Politiker für viele Berliner der „schwarze Sheriff“, ein Mann, der ihnen wie kein Zweiter das Gefühl vermittelte, daß sie sich bei ihm sicher fühlen können.

Das lag nicht nur daran, daß sich der gebürtige Essener als Mitglied im „Verein für deutliche Aussprache“ wähnte wie der ebenfalls unvergessene Gerhard Löwenthal und andere. Lummer zeigte Flagge für den Rechtsstaat, wo andere längst aufgegeben hatten.

Fels in der Brandung

Unvergessen sein Auftritt im September 1981 im kurz zuvor auf seine Anweisung hin von linksradikalen Besetzern geräumten Haus Bülowstraße 89, wo er eine Pressekonferenz abhielt und deutlich machte, daß Berlin zukünftig, also auf jeden Fall während seiner Amtszeit, derartige Rechtsbrüche nicht mehr tolerieren werde.

Insgesamt acht Häuser wurden in einer Großaktion geräumt. Dabei kam es zum tragischen Tod des Hausbesetzers Klaus-Jürgen Rattay, was in der Folge gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Chaoten und der Polizei auslöste

Heinrich Lummer war der Fels in der Brandung der deutschen Großstadt schlechthin, in der neben Linksextremisten auch das Organisierte Verbrechen an Boden gewann. Auch abseits der Politik sorgte der stets volkstümlich daherkommende Politiker für reichlich Schlagzeilen. Das Ministerium für Staatssicherheit (StaSi) des SED-Staates setzte eine Agentin mit amourösen Verlockungen auf den CDU-Mann an, der auch mal am Steuer mit 1,96 Promille von seinen eigenen Mitarbeitern erwischt wurde.

1996 traf er sich mit dem PKK-Chef Öcalan in Damaskus. Und als er 1998 aus der aktiven Politik ausschied, geschah das nicht etwa um „Rosen zu züchten“, wie er es in einem Interview in unnachahmlicher Art beschrieb, sondern um Kunstgeschichte zu studieren.

Zeit seines Lebens ist der frühere Innensenator seinen Überzeugungen treu geblieben. 2003 erlitt er einen schweren Schlaganfall, von dem er sich bis heute nicht erholt hat.

Sorge vor Ausbreitung des Islam

Das Thema, das ihn in seinen aktiven politischen Jahren zunehmend beschäftigte und ihm Sorgenfalten auf die Stirn trieb, war die Ausbreitung des Islam in Deutschland.

In seinem Buch „Asyl. Ein mißbrauchtes Grundrecht“ warnte er bereits 1992:

„Multikulturelle oder multinationale Gesellschaften sind meist Konfliktgesellschaften. (…) Natürlich ist es keineswegs gleichgültig, aus welchem Kulturkreis die Einwandernden kommen. (…) Allmählich sollte sich die Einsicht durchsetzen, daß sich der Islam immer stärker als ein riesiges Integrationshemmnis erweist.“

Und Lummer bewies weitere Weitsicht bei seiner Analyse:

„Der Islam hat ein anderes Familienverständnis, Kinderreichtum hat einen hohen positiven Stellenwert. (…) Auch ohne jede weitere Zuwanderung wird die Zahl der Moslems in Deutschland weiter steigen. Unserem Land droht die Überfremdung von innen heraus, weil der Bevölkerungsanteil der Deutschen ständig sinkt.“

Heinrich Lummer feiert heute seinen 85. Geburtstag im kleinen Kreis.

Heinrich Lummer (1993) Foto: picture alliance/ZB-Fotoreport

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