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Würdigung
 

Berliner Abgeordnetenhaus ehrt Lummer mit Büste

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Heinrich Lummer betrachtet seine Büste im Abgeordnetenhaus
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Unter den Gästen war auch der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (2. v. l.) Fotos: JF

Im Preußischen Landtag, dem Sitz des Berliner Abgeordnetenhauses, steht seit Freitag eine Büste des konservativen CDU-Politikers Heinrich Lummer. Die Plastik erinnert an die kurze Zeit Lummers als Parlamentspräsident in den Jahren 1980 bis 1981.

Die Büste wurde in Gegenwart führender Berliner Politiker eingeweiht, darunter der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen und Frank Henkel (beide CDU). Oppositionsführer Henkel nannte Lummer einen „großen Berliner“ und „einen bekennenden und wertebewußten Konservativen“. In seiner Rede sagte Henkel: „Der Name Lummer ist bei den Berlinerinnen und Berlinern auch heute noch ein Synonym für Recht und Ordnung.“

„Das war noch einer”

Der amtierende Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) charakterisierte Heinrich Lummer als einen einzigartigen Redner („treffende Bilder“). Er sagte, an Lummer gewandt: „Die Besucher, die hier ins Haus kommen, werden Ihre Büste sehen und sich an Ihre Arbeit als Oppositionsführer, als Parlamentspräsident, als Innensenator erinnern und sagen: ‚Das war noch einer.’“. Momper rief das rhetorische Können seines Amtsvorgängers ins Gedächtnis: „Lieber Heinrich Lummer, Ihre Sprüche sind Legion.“ Als Beispiel nannte er den Satz: „Solange das Brandenburger Tor zu ist, ist die deutsche Frage offen.”

Lummer selbst, dessen „außerordentliches rhetorisches Geschick“ auch von Henkel lobend erwähnt wurde, konnte sich nicht persönlich bedanken. Er ist seit einem Schlaganfall vor sieben Jahren stumm. Die Krankheit hat ihn gezeichnet. Seine Frau mußte ihn in einem Rollstuhl schieben. Lummer schüttelte jedoch sehr viele Hände und war sichtlich zufrieden mit der Begeisterung, die seine Anwesenheit heute noch auslöst. Er war über Jahrzehnte hinweg der Hoffnungsträger des rechtskonservativen Wählermilieus in Berlin. Von der extremen politischen Linken wurde er jedoch stets angefeindet und zuletzt sogar von Medien des Springerkonzerns angegriffen. (JF)

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