Flüchtlingskrise

Juso-Chefin träumt von einer Welt ohne Grenzen

BERLIN. Die Jusos haben eine stärkere Unterstützung Italiens in der Flüchtlingskrise gefordert. „Auf dem Mittelmeer sterben täglich Menschen, und Italien ist alleingelassen mit Tausenden Geflüchteten“, kritisierte die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann in der Welt. „Alle Länder müssen sich beteiligen, Geflüchtete aufzunehmen. Außerdem muß Europa mehr gegen die Fluchtursachen tun. Wir brauchen aber auch mehr Chancen für die Geflüchteten hierzulande.“

Gleichzeitig wies Uerkermann die Forderung von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) nach Auffanglagern für Flüchtlinge in Libyen zurück. Der Vorschlag sei angesichts der derzeitigen Lage in dem Land nicht praktikabel. „Zu sagen, regelt das mal in Libyen, ist also Quatsch.“

„Junge Leute haben mehr Angst vor Nazis“

Einzelne Länder wie Italien oder Libyen mit der Flüchtlingsproblematik allein zu lassen, sei falsch. „Wir müssen sichere Fluchtrouten schaffen, damit niemand mehr im Mittelmeer ertrinken muß. Menschen sollten einen Asylantrag schon direkt an den europäischen Botschaften stellen können, ohne sich auf den Weg zu uns machen zu müssen. Wir müssen die Seenotrettungsprogramme ausbauen“, forderte die SPD-Nachwuchspolitikerin.

Überhaupt werde die Flüchtlingsfrage zu oft mit Themen wie Terrorismus und Sicherheit vermischt. Gerade die jüngere Generation sei in der Frage der Einwanderung viel offener. „Wenn man mit jungen Leuten spricht, spürt man eine große Offenheit. Sie sind mit dem Europa ohne Grenzen aufgewachsen, wieso sollte das nicht eines Tages auch weltweit klappen?“ Sicher hätten auch junge Menschen Angst vor Terrorismus. Aber: „Ich glaube, junge Leute haben mehr Angst vor Nazis als vor Geflüchteten.“ (krk)

Juso-Chefin Johanna Uekermann beim Handy-Foto mit SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz Foto: picture alliance/dpa

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