Presserat

„Fränkischer Tag“ will auch künftig Herkunft von Straftätern nennen

BAMBERG. Die Regionalzeitung Fränkischer Tag hat die Kritik des Presserats an der Nennung der Nationalitäten von Straftätern zurückgewiesen. Die Angabe der Herkunft sei „nicht akzeptabel“. Es bestehe die Gefahr, daß damit Vorurteile geschürt würden, so das Urteil des Gremiums. Die Beschwerde hatte ein Leser der Zeitung aus Bamberg eingereicht.

Der Fränkische Tag vertrat hingegen den Standpunkt, daß die Nennung der Herkunft in einer Meldung über fünf Ladendiebstähle in der Bamberger Innenstadt wegen der Diskussion um das dortige Flüchtlingsheim einen Sachzusammenhang gehabt habe. Zudem habe es aufgrund der Asylbewerber dort nachweislich eine Zunahme von Eigentumsdelikten gegeben.

Fränkischer Tag verteidigt Entscheidung

Auch in der entsprechenden Polizeimeldung war die Staatsangehörigkeit der mutmaßlichen Täter genannt worden. Der Presserat erteilte dem Fränkischen Tag einen „Hinweis“; die schwächste Sanktionsmöglichkeit, die das Gremium wählen kann.

In einem Kommentar zu dem Urteil verteidigte der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, Christian Holhut, nochmals die Entscheidung. Man erachte den Hinweis des Presserats als „befremdlich“. Er kündigte an, auch in Zukunft bei begründetem Kausalzusammenhang die Nationalität nennen zu wollen. „Redaktionen wollen journalistisch handeln, nicht erzieherisch“, betont er. (tb)

Verschweigegebot (Symbolbild) Foto: picture alliance/Bildagentur-online

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