Gökay Sofuoglu
Gökay Sofuoglu: Will AfD ausgrenzen Foto: dpa
Nach den Landtagswahlen

Türkische Gemeinde fordert Ausgrenzung der AfD

BERLIN. Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat mit Empörung auf die AfD-Ergebnisse bei den Landtagswahlen reagiert. „Der Rechtsradikalismus hat jetzt eine Partei im Parlament“, sagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu (SPD) den Stuttgarter Nachrichten.

Der AfD sei es gelungen, dem „vorhandenen rechtsradikalen Gedankengut“ eine „neue Heimat“ zu geben. Der aus Baden-Württemberg stammende Sozialpädagoge forderte die Parteien im Stuttgarter Landtag auf, der AfD den Posten des stellvertretenden Landtagspräsidenten zu verwehren. „Man darf dieser Partei nicht noch zusätzliche Möglichkeiten geben, sich zu präsentieren“, sagte Sofuoglu. „Wenn die anderen Parteien sagen, daß sie eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen, muß das beinhalten, daß man ihr keine Posten gibt.“

Zentralrat der Moslems vergleicht AfD mit NSDAP

Auch für den Wahlerfolg der AfD hat der Verbandsvorsitzende eine Erklärung: „Die AfD hat auch deshalb so viele Stimmen erhalten, weil etablierte Parteien versucht haben, den rechten Rand zu bedienen. Das geht nicht.“ Nun brauche es mehr Anstrengungen im „Kampf gegen Rassismus“. Zufrieden zeigte er sich mit dem Wahlverhalten der eingebürgerten Türken. „Wir haben sehr viele Menschen mobilisieren können. Das Thema Wahlen in Deutschland war in der türkischen Community so präsent wie nie zuvor. Das ist eine neue und gute Entwicklung.“

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Moslems in Deutschland, Aiman Mazyek, attackierte die AfD und verglich die Partei mit der NSDAP. Der Partei um Frauke Petry und Jörg Meuthen gehe es darum, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, beklagte Mazyek. (ho)

Gökay Sofuoglu: Will AfD ausgrenzen Foto: dpa

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