Studentenverbindung

Entsetzen nach Brandanschlag auf Studentenverbindung

GÖTTINGEN. Nach einem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf ein Verbindungshaus in Göttingen hat die Polizei vor einer „neuen, besorgniserregenden Qualität der Gewalt“ gewarnt. Das Feuer griff von einem Geräteschuppen auf ein Nachbarhaus über. Dort befinden sich laut Polizei zwei Wohnungen, in denen auch eine Familie mit einem wenige Wochen alten Säugling lebt.

Weil bereits Rauchgase durch die Bodendielen in eine der Wohnungen vorgedrungen waren, bestand nach polizeilicher Einschätzung „konkrete Gefahr für Leib und Leben unbeteiligter Dritter“. Erschwerend komme hinzu, daß das Feuer zur Nachtzeit gelegt wurde und die Täter nicht davon ausgehen konnten, daß die Bewohner rechtzeitig reagieren konnten. Erst als Passanten das Feuer kurz nach ein Uhr bemerkten, wurden die Rettungskräfte alarmiert.

Verlust von Menschenleben in Kauf genommen

„Wir gehen vor diesem Hintergrund davon aus, daß es allein dem Umstand, daß das Feuer rechtzeitig entdeckt und die Bewohner schnell gewarnt wurden, zu verdanken ist, daß die geschilderte Gefahr abgewendet werden konnte und es nicht zu schlimmeren Folgen bis hin zum Verlust von Menschenleben gekommen ist“, teilte die Polizei mit. Die Täter hätten „die konkrete Gefährdung von Menschenleben offenbar billigend in Kauf genommen“.

Ziel des Brandanschlags in der Nacht auf Sonntag war offenbar ein Geräteschuppen der Verbindung. Bei dem Feuer wurden unter anderem mehrere Bierzeltgarnituren vollständig zerstört. Auf der rückwärtigen Fassade des Verbindungshauses sprühten die mutmaßlich linksextremen Täter mit roter Farbe „Tod & Haß“ und ein „Hammer und Sichel“-Symbol an die Wand.

Der entstandene Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 25.000 Euro. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung eingeleitet. Mittlerweile hat der Staatsschutz der Göttinger Polizei die weiteren Ermittlungen übernommen. Göttingen gilt seit Jahren als Hochburg der linksextremen Szene. Immer wieder kommt es dort zu Angriffen auf Studentenverbindungen und AfD-Mitglieder.

Linksextreme bekennen sich zu Anschlag auf Würzburger Burschenschaft

Unterdessen haben sich mutmaßliche Linksextreme auf dem Szeneportal Indymedia zu einem Anschlag auf ein Burschenschafts-Gebäude in Würzburg bekannt. Die Täter haben laut eigenen Angaben am Montag mehrere Fenster des Burschenhauses eingeschlagen und mit schwarzer Farbe „Sexisten!“ auf die Fassade geschmiert.

In dem Bekennerschreiben monierten die Autoren, daß die am Dienstag abend stattfindende „Germanenfete“ stets gut besucht sei, obwohl Burschenschaften „bekannterweise sexistische, chauvinistische und sehr oft rassistische Strukturen beinhalten“ würden. (ls)

Linksextremisten (Symbolbild): Es bleibt nicht nur beim Demonstrieren Foto: picture alliance / dpa

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