Bundeskriminalamt

Einbrüche: Zahl der ausländischen Täter steigt

BERLIN. Der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, hat vor ausländischen Einbrecherbanden in Deutschland gewarnt. „Die Zahl der ermittelten ausländischen Tatverdächtigen hat stark zugenommen, während die Zahl deutscher Täter stetig abnimmt“, sagte Münch den Zeitungen der Funke-Gruppe. „Serben, Rumänen, Albaner, aber auch Georgier stehen hier im Fokus.“

Die zunehmend gutorganisierten Banden seien in ganz Deutschland aktiv. „Die Täter agieren in wechselnden Teams und erbeuten neben Bargeld vor allem Gegenstände, die sich auf dem Schwarzmarkt leicht verkaufen lassen“, betonte Münch. „Nach kurzer Zeit verlassen die Täter Deutschland wieder oder ziehen innerhalb des Landes weiter.“ Dafür seien jedoch nicht hier lebende Ausländer verantwortlich, unterstrich der BKA-Chef.

Täter mißbrauchen Asylrecht

Oft stelle die Polizei fest, daß die Täter gezielt das deutsche Asylrecht mißbrauchten, um auf Diebeszug in der Bundesrepublik zu gehen. „Die Hälfte aller georgischen Täter aus dem Bereich der Eigentumskriminalität hat einen Asylantrag gestellt. In fast allen Fällen wird das Asyl jedoch verwehrt – das wissen diese Personen auch.“

Grund für den Anstieg sei das Armutsgefälle innerhalb Europas. „In Staaten wie Georgien ist die Arbeitslosigkeit hoch, die Einkommen sind gering. Also versuchen die Menschen auf andere Weise an Geld zu kommen“, gab Münch zu bedenken. Wann die Zahl der Einbrüche wieder sinken werde, konnte Münch nicht sagen. „Das läßt sich nicht an einem Datum festmachen.“

BKA rät zum Selbstschutz

Den Bürgern riet der Chef der Sicherheitsbehörde zur Aufrüstung beim Schutz der eigenen Wohnung. So sei durch neue Technik die Zahl der gescheiterten Einbrüche von 28 auf über 40 Prozent gestiegen. Weiter schlug er vor: „Der Briefkasten sollte nicht überquellen, die Rolläden nicht dauerhaft heruntergezogen sein, und Nachbarn könnten gelegentlich abends das Licht anschalten.“

Zuletzt war bekanntgeworden, daß die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf rund 167.000 gestiegen war. (ho)

Einbruch (Symbolbild): Banden aus Georgien, Rumänien, Serbien und Albanien Foto: dpa

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