Das Domus Hotel in der Berliner Uhlandstraße gehört zur GCH Hotel Group Foto: Ronald Gläser
Asylkrise

Berlin will Tausende Hotelzimmer für Asylbewerber anmieten

BERLIN. Der Berliner Senat verhandelt derzeit mit der Hotelkette GCH Hotel Group über die Anmietung von 10.000 Hotelplätzen für Asylbewerber. Die Kette betreibt nach eigenen Angaben über 120 Hotels, davon 22 in der deutschen Hauptstadt. Das Geschäft könnte ihr 600 Millionen Euro einbringen.

Geplant ist laut FAZ die langfristige Anmietung von 10.000 Hotelplätzen. Pro Person pro Nacht verlangt der Anbieter 50 Euro. Dies entspräche einer Summe pro Asylbewerber von 1.500 Euro pro Monat und 18.250 Euro pro Jahr. Bei 10.000 Asylbewerbern macht dies 182,5 Millionen im Jahr.

Mega-Asylunterkunft in Tempelhof geplant

Der Senat sichert dem Unternehmen eine Auslastung von 95 Prozent zu, was deutlich über dem liegt, was im normalen Betrieb in der Branche üblich ist. Die GCH Hotel Group könnte in der Summe mit 600 Millionen Euro an garantiertem Umsatz rechnen, so die FAZ weiter. Der Senat hat sich noch nicht zu dem Bericht geäußert.

Berlin platzt aus allen Nähten. Im Dezember wurde der Chef der zuständigen Behörde Lageso gefeuert, weil die Verwaltung mit dem Ansturm nicht schritthalten kann. Die Stadt hat 2015 rund 80.000 Asylbewerber aufgenommen und rechnet unter anderem aufgrund des Familiennachzuges mit weiteren 320.000 Asylbewerbern, berichten Insider aus der Verwaltung. Schon in der Vergangenheit wurden alte Hotels angemietet. Vor einer Woche hat das Berliner Abgeordnetenhaus zudem die Belegung des Flughafens Tempelhof mit weiteren Asylbewerbern beschlossen. Dort sollen jetzt bis zu 7.000 Personen untergebracht werden. (rg)

 

Das Domus Hotel in der Berliner Uhlandstraße gehört zur GCH Hotel Group Foto: Ronald Gläser

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