Asyl
Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern Foto (Archivbild): picture alliance/dpa
Einwanderung

Wirtschaft wünscht sich Asylbewerber als Arbeitskräfte

BERLIN. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat gefordert, den Arbeitsmarkt für Asylbewerber zu öffnen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, in Deutschland zu bleiben. Der Asylansturm auf die Bundesrepublik verursache nicht nur Probleme und Kosten, sondern biete auch viele Chancen, sagte Hüther der Welt.

„Die Menschen, die all die Schwierigkeiten, die großen Gefahren und erheblichen Kosten auf sich nehmen, die wollen nicht im Sozialsystem landen, sondern möchten sich eine neue Existenz aufbauen. Die Flüchtlingsmigration könnte ein großes Potential für Arbeitsmigration darstellen – aber dafür müßten die Regeln geändert werden“, erläuterte der Ökonom.

Hüther sprach sich deshalb dafür aus, Asylbewerbern die Möglichkeit zu geben, ihren Status in Deutschland wechseln zu können – vom Flüchtling zum Arbeitseinwanderer. „Bislang sind Asyl und Arbeitsmigration zwei strikt getrennte Wege. Wer einen Asylantrag stellt und abgelehnt wird, muß zunächst das Land verlassen, um dann einen anderen Aufenthaltstitel zu beantragen.“

„Lebensfremd“ und „unwürdig“

Die Vorstellung, daß ein Asylbewerber zurückkehre, um dann in der Konsularabteilung der deutschen Botschaft einen anderen Aufenthaltstitel zu beantragen, sei „lebensfremd“ und „unwürdig“, kritisierte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts.

Laut Hüther habe jeder fünfte Asylbewerber einen Hochschulabschluß. Jeder dritte verfüge zudem über eine Qualifikation, die der eines deutschen Facharbeiters entspreche. Hinzu kämen die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber. Diese sollten die Chance auf eine Ausbildung bekommen.

„Und wer erfolgreich seine Ausbildung absolviert hat, sollte hierbleiben dürfen“, schlug Hüther vor. Schließlich gebe es keinen Grund, auf „Nachwuchskräfte, in die wir investiert haben und die sich integriert haben“, zu verzichten. (krk)

Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern Foto (Archivbild): picture alliance/dpa

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