Kein Bier fuer Nazis
Protest gegen einen Parteitag der NPD in Bamberg (2010) Foto: picture alliance/dpa
Als Gäste unerwünscht

Rechte sollen draußen bleiben

MÜNCHEN. Wenn es nach dem Willen der Stadt München geht, sollen Rechtsextremisten in den Wirtshäusern und Kneipen künftig als Gäste unerwünscht sein. Aus diesem Grund initiierten die Stadt München sowie der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga die Kampagne „München ist bunt! … auch in Gaststätten und Hotels“.

Ziel ist es, Wirte darüber zu informieren, wie sie Rechtsextremisten aus ihren Einrichtungen fernhalten können. Häufig überließen die Betreiber „extrem rechten Gruppierungen“ ihre Räumlichkeiten aus Unkenntnis oder aus Unsicherheit über die juristischen Möglichkeiten, hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung des Dehoga und der Fachstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt.

„Ausländer jederzeit herzlich willkommen“

Deswegen würden nun in einer „bundesweit einmaligen Initiative“ alle rund 7.000 Gastwirte angeschrieben, „um diese über Unterstützungsangebote und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären“. Neben einem Brief des Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) und Dehoga erhielten alle Wirte auch je zwei Aufkleber mit der Aufschrift „München ist bunt!… auch in Gaststätten und Hotels“.

Diese sollten sie an ihrem Betrieb anbringen. Gleichzeitig riefen die Verantwortlichen der Initiative die „Bürgerinnen und Bürger“ auf, sich ebenfalls Aufkleber zu bestellen, „und mit der Bitte, diese anzubringen, auf ihre Lieblingsgaststätte zuzugehen“.

„Wir bieten keinen Raum für rechtsextreme Propaganda, ganz im Gegenteil, bei uns sind Ausländer jederzeit herzlich willkommen, sei es als Gäste, Mitarbeiter oder Kollegen“, betonte Christian Schottenhamel, Wirt des Löwenbräukellers und stellvertretender Vorsitzender des Dehoga München.

Bei Weigerung droht Konzessionsentzug

Miriam Heigl von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus ergänzte: „München ist eine bunte und tolerante Weltstadt. Wir freuen uns, wenn möglichst viele Wirte dies auch durch das Anbringen des Aufklebers couragiert und weithin sichtbar deutlich machen.“

Laut Heigl bestehe gerade in München eine historische Verantwortung, „rechte Umtriebe schon im Keim zu ersticken“, berichtete die Süddeutsche Zeitung von der Pressekonferenz zum Start der Kampagne vergangene Woche.

Die Stadt werde sich zwar nicht einmischen, wenn ein Wirt auch weiterhin seine Räume an Rechtsextremisten vermiete. Sie werde aber den Dehoga informieren, warnte Heigel. Dieser könne dann mit den Brauereien reden, die wiederum dann den Wirten die Konzession entziehen könnten. (krk)

Protest gegen einen Parteitag der NPD in Bamberg (2010) Foto: picture alliance/dpa

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