Die 89. Grundschule in Dresden
Die 89. Grundschule in Dresden Foto: rg
Nach zivilem Ungehorsam

Dresdner Grundschule wird wegen Asylbewerbern umquartiert

DRESDEN. Die Eltern einer Grundschule in Dresden haben erreicht, daß die Stadt ihnen ein neues Schulgebäude zur Verfügung stellt. Der Plan, 150 Asylbewerber direkt neben 250 Grundschülern unterzubringen, konnte damit im letzten Moment vereitelt werden.

Die Dresdner Schulverwaltung teilte in einem Schreiben an die Eltern am Freitag mit, daß die Schüler nach den am Montag beginnenden Herbstferien in ein baugleiche Schulgebäude am Terassenufer 15 umziehen. Alle Beteiligten arbeiteten „mit Hochdruck“ an dieser Aufgabe, versicherte Behördenleiter Falk Schmidtgen. In der Tat: Am Donnerstag bereiteten zahlreiche Helfer – unter ihnen nicht wenige Eltern der betroffenen Kinder – den überhasteten Umzug vor.

Vorangegangen war ein kurzer und harter Kampf um die Einquartierung von 150 Asylbewerbern in das benachbarte Schulgebäude neben der 89. Grundschule im Dresdner Stadtteil Prohlis. Am Dienstag hatten fast alle Eltern den Unterricht boykottiert und ihre Kinder krankgemeldet. Sie waren aufgebracht. Ihre Kinder sollten direkt neben Asylbewerbern unterrichtet werden, sich mit ihnen angeblich sogar die sanitären Einrichtungen teilen.

„Das ist beschlossen, daran ändern wir jetzt nichts mehr“

Auf einer Sitzung des Ortsbeirats am Montag hatte es deswegen zahlreiche Unmutsbekundungen gegeben, die jedoch von den zuständigen Politikern mit der Feststellung gekontert wurden: „Das ist beschlossen, daran ändern wir jetzt nichts mehr.“

Am Donnerstag dann die Kehrtwende: Die Schulverwaltung wies der „89. Grundschule“ das leerstehende Gebäude in der Dresdner Altstadt zu, was für die Schüler mindestens 20 Minuten Fahrtzeit pro Richtung mit einem Schulbus bedeutet.

FDP-Kommunalpolitiker Jens Genschmar Foto: rg
FDP-Kommunalpolitiker Jens Genschmar Foto: rg

Dresden ist wie zahlreiche deutsche Städte überfordert mit der Aufnahme der vielen Asylbewerber. Der Stadtrat Jens Genschmar (FDP) sagte zur JF mit Blick auf die „89. Grundschule“ : „Dieser Vorgang zeigt, daß die Kapazitäten in Dresden erschöpft sind.“ (rg)

Die Eltern sind geschockt. Lehrer klagen über einen Maulkorb. Ziviler Ungehorsam wird vereinbart und führt zum Erfolg. Die ganze Geschichte in einer Woche in der JF.

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