Thomas de Maizière
Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Foto: picture alliance/dpa
Angriffe auf Asylbewerber

De Maizière besorgt über fremdenfeindliche Gewalt

BERLIN. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat vor einem Anstieg fremdenfeindlicher Gewalt gegen Asylbewerber gewarnt. Allein in diesem Jahr habe es 490 Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte gegeben, sagte der CDU-Politiker der Funke-Mediengruppe. Die meisten Täter seien „Bürger aus der Region, die sich bisher nichts zuschulden kommen ließen“. Den starken Zuwachs an Gewalttaten nannte er „besorgniserregend“.

Auch die Zahl von haßerfüllten und gewaltverherrlichenden E-Mails habe zugenommen. Warnungen ausländischer Nachrichtendienste, denen zufolge sich Terroristen unter Asylbewerber mischen würden, hätten sich jedoch nicht bewahrheitet.

Unmut über Merkels Politik wächst

Unterdessen steigt in Deutschland die Sorge vor den Folgen des Asylbewerberzustroms. In einer Umfrage des ZDF-Politbarometers zeichnet sich ein Stimmungsumschwung ab. 51 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, daß Deutschland den Flüchtlingszustrom nicht mehr verkrafte. Vor zwei Wochen waren es noch 40 Prozent.

Die Befürchtung über einen Anstieg der Kriminalität beschäftigt ebenfalls mehr und mehr Bundesbürger. 62 Prozent der Befragten glauben, daß die Kriminalität durch die große Zahl an Flüchtlingen steigen wird. Auch die Integrationschancen der Asylbewerber werden kritischer gesehen. 54 Prozent sind skeptisch, daß deren Integration im Großen und Ganzen gelingen kann, nur 39 Prozent sind zuversichtlich. Drei Viertel der Befragten befürchten wegen der Asylkrise zudem finanzielle Einsparungen.

Die Unzufriedenheit der Wähler schlägt sich auch direkt in den Beliebtheitswerten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nieder. 46 Prozent sind der Meinung, daß Merkel in der Flüchtlingskrise ihre Arbeit eher gut macht. Das sind vier Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. 48 Prozent stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus. Zuvor waren 43 Prozent unzufrieden mit der Regierungschefin. (fl)

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Foto: picture alliance/dpa

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