Zu hoher Antragsstau

Chef des Bundesamts für Migration tritt zurück

BERLIN. Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, ist zurückgetreten. Er habe Bundesinnenminister Thomas de Mazière (CDU) „aus persönlichen Gründen“ darum gebeten, von seinen Aufgaben entbunden zu werden, teilte die Behörde mit.

Am Dienstag war Schmidt auf einem Sondertreffen der Bundesregierung zur Bewältigung der Flüchtlingskrise im Bundeskanzleramt von den Bundesländern dafür kritisiert worden, die Asylkrise nicht im Griff zu haben. Ihm war vorgeworfen worden, daß die Bearbeitung der Anträge zu langsam sei und die Neueinstellung von Personal zu schleppend verlaufe, berichtete die Huffington Post.

Asylbewerberzustrom unterschätzt

Das BAMF hatte seine Prognose zu den Asylbewerberzahlen in den vergangenen Monaten immer wieder nach oben korrigiert. Im Februar habe die Prognose noch bei 300.000 Erstanträgen gelegen, berichtete der Focus. Dies war von den Bundesländern als „zu wenig“ kritisiert worden. Im Mai gab die Behörde 400.000 Asylbewerber für das laufende Jahr an, Mitte August war von „bis zu 750.000 Anträgen“ die Rede.

Mittlerweile erwartet die Bundesregierung in diesem Jahr rund eine Million Asylbewerber. Im ersten Halbjahr des Jahres 2015 hat die Behörde bisher jedoch nur 116.000 Anträge bearbeitet. Die Zahl der noch unbearbeiteten Anträge liegt bei 250.000. Zudem befinden sich zahlreiche Asylbewerber im Land, die Aufgrund des hohen Andrangs noch keinen Asylantrag stellen konnten. Schmidt war seit Oktober 2010 Chef der Behörde. (fl)

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Foto: dpa

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