Außenstelle des Amtes für Migration und Flüchtlinge
Außenstelle des Amtes für Migration und Flüchtlinge: Schlepperbanden aus dem Kosovo Foto: dpa
Asylbewerber

Besorgnis über Massenansturm aus dem Kosovo

MÜNCHEN/BRÜSSEL. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich beunruhigt über den Massenexodus von Kosovoalbanern nach Deutschland gezeigt. „Diesen tausendfachen Mißbrauch unseres Asylrechts dürfen wir nicht hinnehmen“, sagte Herrmann.

„Täglich verlassen derzeit etwa 1.000 Kosovaren überwiegend mit Bussen und Kleintaxis über Serbien ihr Land, um über Ungarn und Österreich nach Deutschland zu gelangen“, warnte der CSU-Politiker. Am Montag war bekannt geworden, daß sich die Zahl der Asylanträge von Kosovoalbanern von Dezember auf Januar auf 3.630 verdoppelt hatte.

„Gut organisiertes Netz“ von Schleppern

Zudem warnte die deutsche Botschaft im Kosovo am Wochenende, daß monatlich etwa 25.000 bis 30.000 Kosovaren wegen der höheren Sozialleistungen in der EU ihr Land verlassen. Die Vertretung forderte deswegen schärfere Abschieberegeln. „Erst wenn eine größere Anzahl von Kosovaren medienwirksam per Sammel-Charterflieger zurückkehrt, deren Verfahren innerhalb weniger Wochen in Deutschland abgeschlossen wurden, spricht sich herum, daß sich illegale Einwanderung nach Deutschland nicht rechnet.“ Nötig sei deswegen eine „Hauruckaktion des Bundes und der Länder“.

Auch die EU zeigte sich besorgt über den Trend. „Die kosovarischen Behörden sollten nicht versuchen, das Gewicht des Problems zu relativieren“, sagte ein namentlich nicht genannter EU-Diplomat der kosovarischen Zeitung Koha Ditore. Der stellvertretende Minister für EU-Integration des Kosovo, Ramadan Ilazi, sagte, ein „gut organisiertes Netz“ von Schleppern mache Asylbewerbern falsche Versprechungen. (ho)

Außenstelle des Amtes für Migration und Flüchtlinge: Schlepperbanden aus dem Kosovo Foto: dpa

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