Kämpfer in Syrien
Kämpfer von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ posieren mit Kindern Foto: picture alliance / ZUMA Press
Islamisierung

Razzia gegen islamisches Terrornetzwerk

DÜSSELDORF. In mehreren Bundesländern hat die Polizei am Montag insgesamt zehn Wohnungen eines Netzwerkes durchsucht, welches die radikalislamische Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ unterstützen soll. Die Gruppe, die im syrischen Bürgerkrieg für einen islamischen Gottesstaat kämpft, wird für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht. An den Einsätzen in Berlin, Bonn und Frankfurt am Main waren rund hundert Polizisten beteiligt. Es kam zu der Verhaftung von zwei Männern und einer Frau. Auch die Wohnungen von fünf weiteren Personen wurden durchsucht.

In Berlin wurde der 35 Jahre alte Fatih K. verhaftet. Der Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit soll von Juli bis September 2013 an Kämpfen in Syrien teilgenommen und radikalislamisches Propagandamaterial hergestellt haben. In Bonn wurde eine 27jährige deutsch-polnische Konvertitin festgenommen, welche die Terroristen mit Zahlungen von insgesamt 4.800 Euro unterstützt haben soll. Ein 26 Jahre alter Türke wurde in Frankfurt verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, nach seiner Rückkehr aus Syrien im Januar versucht zu haben, für die Terrorgruppe Geld und Material zu besorgen.

Über 5.000 aktive Werber in Deutschland

„Die heutigen Maßnahmen zeigen, daß gewaltsame Konflikte wie der in Syrien sich unmittelbar auf uns in Deutschland auswirken“, gab Generalbundesanwalt Harald Range bekannt. Der Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen betonte: „Die Bedrohung durch Salafisten in Deutschland ist unverändert hoch.“ Weit über 5.000 radikale Moslems würden in Deutschland für den syrischen Bürgerkrieg rekrutieren.

„300 Deutsche kämpfen inzwischen in Syrien. Wir müssen wissen, was sie dort tun, vor allem aber, was sie vorhaben, wenn sie wieder zurückkommen. Dazu arbeiten wir auch mit der NSA zusammen. In Sachen Aufklärung sind die Amerikaner einfach die Besten“, sagte Maaßen der Rheinischen Post. Die Bundesregierung hat die Zahl der aus Syrien zurückgekehrten Krieger mit konkreten Kampferfahrungen auf rund ein Dutzend Personen geschätzt. Insgesamt geht sie von mindestens 15 Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit aus, die bisher im syrischen Bürgerkrieg umkamen. (FA)

Kämpfer von „Islamischer Staat im Irak und Syrien“ posieren mit Kindern Foto: picture alliance / ZUMA Press

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