Regenbogenflagge vor dem Familienministerium: Wieder weg Foto: dpa
Druck vom Kanzleramt

Ministerien holen Regenbogenflaggen wieder ein

BERLIN. Das Umwelt- und Familienministerium haben die Regenbogenflaggen vor ihren Ministerien wieder eingeholt. Ursprünglich hatten beide Ministerien geplant, die Flagge nach dem 17. Juni wieder zu hissen. Dagegen formierte sich allerdings Widerstand im Bundeskanzleramt und im Bundesinnenministerium.

„Ursprünglich hatten wir darüber nachgedacht, die Fahne heute wieder zu hissen. Wir haben aber auch zur Kenntnis genommen, daß diesbezüglich unterschiedliche Auffassungen innerhalb der Bundesregierung herrschen“, sagte ein Sprecher der lesbischen Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Innenministerium übte früh Kritik

Das Bundesinnenministerium hatte bereits Anfang Juni das Hissen der Regenbogenflagge vor dem Bundesfamilienministerium verboten. „Nur bei konsequenter Beibehaltung der Linie, nach der lediglich bestimmte (hoheitliche) Flaggen an Behörden und Dienststellen des Bundes gehißt werden dürfen“, könne eine „bundesstaatliche Neutralität gewährleistet und in der Bevölkerung respektiert bleiben“, heißt es in einem Schreiben des Innenministeriums vom 5. Juni an alle Ressorts, das der JUNGEN FREIHEIT vorliegt.

Später änderte das Ministerium offenbar seine Meinung. „Zwar ist in der Tat eine nicht amtliche Beflaggung grundsätzlich nicht vorgesehen. Für dieses Jahr wurde dennoch besprochen, daß die Beflaggung zum aktuellen Anlaß (CSD) abweichend vom üblichen Vorgehen ausnahmsweise vorgenommen wurde“, sagte ein Sprecher der JUNGEN FREIHEIT.

Daß die Regenbogenflaggen nun doch verschwunden sind, hängt offenbar mit der Intervention des Kanzleramtes zusammen, berichtet die taz. Dies habe es abgelehnt, die Flaggen bis zu den Christopher-Street-Day-Paraden in Berlin hängen zu lassen. (ho)

Regenbogenflagge vor dem Familienministerium: Wieder weg Foto: dpa

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