Joachim Kuhs
BKA
Zielfahnder des BKA haben in Venezuela einen deutschen Linksterroristen ausfindig gemacht Foto: picture alliance/dpa

Nach 20 Jahren auf der Flucht
 

Deutscher Linksterrorist in Venezuela verhaftet

HAMBURG. Ein seit zwanzig Jahren untergetauchter deutscher Linksterrorist ist in Venezuela festgenommen worden. Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) hatten Bernhard Heidbreder in Mérida ausfindig gemacht, woraufhin örtliche Spezialkräfte den 53jährigen verhafteten, berichtet der Spiegel. Die Bundesanwaltschaft bemüht sich nun um dessen Auslieferung.

Heidbreder soll der Terrorgruppe „Das K.O.M.I.T.E.E.“ angehört haben, die unter anderem für einen Brandanschlag auf die Bundeswehr im brandenburgischen Bad Freienwalde 1994 verantwortlich gemacht wird.

Flucht mit Hilfe ehemaliger RAF-Unterstützern

Der ehemalige Polizist Heidbreder soll zudem laut BKA im April 1995 mit zwei Komplizen geplant haben, das damals leerstehende Abschiebegefängnis in Berlin-Grünau in die Luft zu sprengen. Sie wurden aber beim Verladen des Sprengstoffs auf einem in der Nähe gelegenen Waldparkplatzes von einem Streifenwagen überrascht und flüchteten daraufhin unverrichteter Dinge. In einem zurückgelassenen Fahrzeug entdeckte die Polizei neben funktionsfähigen Zündern auch Schreiben, mit denen vor der bevorstehenden „Knastsprengung“ gewarnt werden sollte.

Das BKA vermutet, daß sich Heidbreder daraufhin mit Hilfe von ehemaligen Unterstützern der Roten Armee Fraktion (RAF) zunächst nach Kolumbien absetzte, wo er mehrere Jahre unter dem Namen „Smith“ lebte, um dann in Venezuela unterzutauchen. Dort wurde er nun Anfang Juli verhaftet. (krk).

Zielfahnder des BKA haben in Venezuela einen deutschen Linksterroristen ausfindig gemacht Foto: picture alliance/dpa
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