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Bericht zur Arbeitsmigration
 

OECD fordert von Deutschland Einstellungswandel

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OECD-Generalsekretär Yves Leterme Foto: wikimedia/Lawrence Jackson

BERLIN. Deutschland zieht laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) deutlich weniger Einwanderer an als andere europäische Länder. Zwar sei das deutsche Zuwanderungssystem eines der offensten im OECD-Raum, sagte der Generalsekretär Yves Laterme. Allerdings werde es im Ausland immer noch als restriktiv wahrgenommen. Auch seien deutsche Firmen noch zu zurückhaltend mit der Anwerbung von Ausländern.

Nur etwa jeder fünfte wolle demnach ausländische Fachkräfte einstellen. „Diese Grundeinstellung muß sich ändern“, forderte Leterme nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Nach den Spitzenreitern Neuseeland, Kanada und Südkorea liegt Italien der Studie zufolge als zuwanderungsfreundlichstes europäisches Land auf dem vierten Platz, gefolgt von Großbritannien. Zweifel an der Studie werden durch Platzierungen anderer Industrienationen geschürt. So schneiden die Schweiz, die Vereinigten Staaten und Japan ähnlich schlecht ab wie Deutschland.

Von der Leyen sieht Deutschland auf gutem Weg

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht die Bundesrepublik dennoch auf einem guten Weg: „Ein Einstellungswandel zeichnet sich ab. Wir fragen nicht mehr woher jemand kommt, sondern was er kann“, sagte sie. Von der Leyen kündigte an, den deutschen Arbeitsmarkt bald auch für Nichtakademiker öffnen zu wollen. Durch diese Maßnahme sollen Pflegekräfte, Sanitäter, Klempner und Lokführer ins Land geholt werden. Die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse werde dafür bereits vorangetrieben. (tb)

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