Familienpolitik
 

Frankreich: Homo-Ehe endgültig beschlossen

PARIS. Die französische Nationalversammlung hat die Öffnung der Ehe für Homosexuelle beschlossen. 331 Abgeordnete stimmten für das von der sozialistischen Regierung eingebrachte Vorhaben, 225 dagegen. Sobald Staatspräsident Francois Hollande das Gesetz unterschreibt, dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Frankreich heiraten und auch Kinder adoptieren.

Zuvor war die Gesetzesänderung schon von der zweiten Parlamentskammer, dem Senat, gebilligt worden. Bereits vor der Abstimmung kündigte die konservative Oppositionspartei UMP an, die Ehe-Öffnung vom Verfassungsrat prüfen zu lassen. Die sozialistische Regierung zeigte sich sicher, daß die Gesetzesänderung juristisch wasserdicht sei.

Die Debatte über die Homo-Ehe hatte das Land in den vergangenen Monaten zunehmend gespalten. Während in Umfragen eine knappe Mehrheit die Ehe-Öffnung befürwortete, wurde ein Adoptionsrecht von der Mehrheit der Franzosen abgelehnt. Konservative Organisationen, Kirchen und Familienverbänden war es dabei mehrfach gelungen, Massenkundgebungen mit mehr als einer Million Teilnehmern zu organisieren. Auch für Sonntag ist eine Protestkundgebung in Paris angemeldet, zu der erneut zehntausende Teilnehmer erwartet werden. (ho)

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