Markus Krall Freiheit oder Untergang
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„Alternative für Deutschland“
 

„Die Basis hat kein Verständnis für Machtspielchen“

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AfD-Politiker Konrad Adam: Bis zum Herbst wird sich noch eine Menge ändern Foto: Imago/Jens Jeske

Für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat die entscheidende Phase begonnen. Innerhalb der nächsten fünf Wochen muß die Partei deutschlandweit Unterstützungsunterschriften sammeln. Nur wenn es der Euro-kritischen Partei um den Hamburger Wirtschaftswissenschaftler Bernd Lucke gelingt, bei der Bundestagswahl am 22. September in allen Bundesländern anzutreten, hat sie nach Ansicht von Experten eine Chance, die Fünfprozenthürde zu überspringen. Vorstandssprecher Konrad Adam über die Lage seiner Partei.

Herr Adam, in einigen Landesverbänden der AfD hat es bereits kurz nach der Gründung heftig gekracht. Ist dadurch der flächendeckende Antritt bei der Bundestagswahl gefährdet?

Adam: Wir standen und stehen unter erheblichem Zeitdruck und müssen Hürden überwinden, über die die Altparteien längst hinweg sind. Bisher haben wir das überall geschafft, und ich bin zuversichtlich, daß wir das auch in Zukunft schaffen werden. Die Basis steht hinter der Parteiführung und hat kein Verständnis für die Machtspielchen, die hier und dort angezettelt werden.

Bis zum 15. Juli muß die AfD pro Bundesland bis zu 2.000 Unterstützungsunterschriften sammeln. Ist das angesichts der noch im Aufbau befindlichen Parteistrukturen realistisch?

Adam: Ja, durchaus, denn allein in Hessen haben wir heute schon rund 1.400 Mitglieder. Würde jedes von denen unterzeichnen, hätten wir zwei Drittel der Ernte bereits eingefahren. Angesichts solcher Zahlen sollte es uns leichtfallen, die erforderliche Zahl von Unterschriften in der vorgeschriebenen Zeit einzusammeln.

In der vergangenen Woche mußte ihr Sprecherkollege Bernd Lucke Medienberichte dementieren, er habe Union und FDP ein Koalitionsangebot gemacht. Rückt die AfD von ihrem strikten Oppositionskurs in der Euro-Politik ab?

Adam: Warum sollte sie? Ich sehe dazu keinen Anlaß, ganz im Gegenteil, denn der Euro, dieser Spaltpilz, hat jetzt ja auch einen Eckpfeiler der Europäischen Union, die deutsch-französische Freundschaft, angefressen. Koalitionsangebote oder -aussagen welcher Art auch immer hat es nicht gegeben und wird es vor der Wahl auch nicht geben.

In den Umfragen kommt die AfD derzeit nicht über zwei oder drei Prozent hinaus. Rächt es sich jetzt, daß Ihre Partei als Ein-Thema-Partei wahrgenommen wird?

Adam: Wer auf die Alternative für Deutschland selbst hört und nicht auf das, was über sie berichtet wird, weiß längst, daß der Euro nur eines von unseren vielen Themen ist. Wir wollen die Familie stärken, mehr Sicherheit im Alter schaffen, die Steuerlast gerecht verteilen und die Leistung zu einem Maßstab für Bildung machen. Und was die Umfrageergebnisse betrifft: an denen wird sich bis zum Herbst noch eine ganze Menge ändern.

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Dr. Konrad Adam, Jahrgang 1942, ist einer von drei Sprechern (Vorsitzenden) der Alternative für Deutschland (AfD).

JF 24/13

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