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Ausländerkriminalität
 

Bundespolizei zerschlägt Schleuserring

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Handschellen: Anerkennung als Asylanten angestrebt Foto: www.pixelio.de/Thorben Wengert

BERLIN. Die Bundespolizei hat in einer deutschlandweiten Razzia einen Schleuserring ausgehoben. An über dreißig Orten wurden die Wohnungen eines syrisch-irakischen Familienclans durchsucht. Mindestens vier Personen wurden dabei verhaftet. „Wir ermitteln gegen einen Schleuserring, der achtzig bis hundert Menschen aus Syrien und dem Irak nach Deutschland gebracht hat“, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Holger Jureczko, der Welt.

Anführer der Bande soll ein Iraker sein, der zuletzt in Twistringen in Niedersachsen lebte. Ihm wird vorgeworfen, ein Netzwerk mit mindestens dreißig Mitgliedern aufgebaut zu haben, das illegale Einwanderer auf mehreren Routen nach Deutschland brachte: „Sie schleusten von der Türkei über Griechenland auf dem Luftweg, nutzten aber auch Autos und Schiffe“, erläuterte Jureczko. „Dabei wurden pro Schleuserring zwischen 4.500 und 10.000 Euro gezahlt.“

Ziel der Bande war es, die Einwanderer von deutschen Behörden als Asylanten anerkennen zu lassen. Dazu wurden diese mit gefälschten Dokumenten ausgestattet. „In zwei Fällen ließen sie bei Geschleusten die Hautoberfläche an den Fingerkuppen abschleifen, um Fingerabdrücke unkenntlich zu machen.“ Diese Dienstleistung wurde extra bezahlt. Die Ermittlungen leitet die Staatsanwaltschaft Verden. (FA)

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