Gewalt

Ausländergewalt
 

Polizeigewerkschaft: Nationalität jugendlicher Straftäter erfassen

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Ausländergewalt: BDK-Chef Jansen fordert mehr „Sozialarbeiter mit Migrationshintergrund“ Foto: RS/pixelio.de

BERLIN. Der Chef des „Bundes Deutscher Kriminalbeamter“ (BDK), Klaus Jansen, hat die Erfassung der Nationalität jugendlicher Straftäter in der Kriminalitätsstatistik gefordert. Dies sei nötig, um zu wissen, womit man es im interkulturellen Dialog zu tun habe, sagte er der Welt.

Zudem müsse man das sogenannte „Neuköllner Modell“ der verstorbenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig auf ganz Deutschland ausdehnen. Es habe wenig Sinn, wenn die Jugendlichen erst drei Monate nach der Tat vor Gericht stünden. „Über die zwanzigste pädagogische Maßnahme lachen sich die Jugendlichen doch irgendwann nur noch kaputt.“ Mit dem Heisig-Modell könnte dagegen viel Geld gespart und kriminelle Karrieren verhindern werden.

Jansen forderte in diesem Zusammenhang auch mehr Engagement von den Schulen. Viele Direktoren sagten auf Nachfrage, an ihrer Schule sei alles in Ordnung: „Wenn Sie sich aber bei den Schülern erkundigen, eröffnet sich Ihnen eine ganz andere Realität.“

„Mehr Sozialarbeiter mit Migrationshintergrund“

Zur Durchsetzung klarer Regeln brauche es eine konsequente Justiz, die sich jedoch „aus Respekt vor der Andersartigkeit“ auch mal zurückhalten müsse. Mit verbesserten Integrationsmaßnahmen ließen sich viele Täter schon vorher einfangen. Etwa durch mehr „Sozialarbeiter mit Migrationshintergrund“.

Zwar könne einen die Gewalt heute überall treffen, dennoch appellierte der Gewerkschafter an die Gesellschaft, sich frühzeitig mit den Tätern auseinanderzusetzen: „Wir brauchen jeden von denen.“

Bereits 2007 hatten die Innenminister von Bund und Ländern geplant, den „Migrationshintergrund“ von Straftätern extra durch die Polizei erfassen zu lassen. Dies wurde bislang allerdings nicht umgesetzt. (ho)

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