Joachim Kuhs
Friedrich

Kriminalstatistik
 

Jeder fünfte Tatverdächtige ist Ausländer

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Foto: BMI/Hans-Joachim M. Rickel

BERLIN. Jeder fünfte Tatverdächtige, der im vergangenen Jahr von der Polizei wegen einer möglichen Straftat registriert wurde, war Ausländer. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2010 hervor. 

Demnach stieg der Anteil der ausländischen Verdächtigen von 19,2 Prozent auf 20 Prozent.  Nicht darin enthalten sind ausländerspezifischen Delikte wie etwa Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht. Überproportional vertreten waren Ausländer bei Straftaten mit einem hohen Organisationsgrad wie der Einfuhr von Kokain (67,2 Prozent) sowie Taschendiebstahl (59,8 Prozent). 

Von den insgesamt  471.812 nichtdeutschen Tatverdächtigen stammten 99.500 (21 Prozent) aus der Türkei, 31.771 aus Polen (6,7 Prozent), sowie 23.657 (5 Prozent) aus Italien.

Behörden registrieren weniger Straftaten

425.325 von ihnen hielten sich legal in Deutschland auf, 46.487 hatten keine Aufenthaltsberechtigung. Die Statistik enthält keine Angaben über ausländischstämmige Tatverdächtige mit deutscher Staatsbürgerschaft. 

Insgesamt registrierten die deutschen Sicherheitsbehörden im vergangenen Jahr 5.933.278 Straftaten. Damit wurde nach Angaben von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erstmals seit der Wiedervereinigung die Sechs-Millionen-Grenze unterschritten (2009: 6.054.330 Fälle).

Das ist ein Rückgang der polizeilich registrierten Kriminalität von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei der Aufklärungsquote wurde laut Friedrich mit 56 Prozent eine neue Bestmarke seit Einführung der gesamtdeutschen PKS im Jahr 1993 erreicht. (ms)

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