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DDR-Generäle rechtfertigen Mauerbau

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Die Berliner Mauer 1986: Für teile der Linkspartei „alternativlos“ Foto: Wikimedia/Noir

BERLIN. Der frühere Verteidigungsminister der DDR, Heinz Keßler, und sein damaliger Stellvertreter Fritz Streletz haben den Mauerbau als „notwendig“ bezeichnet. Zwar habe dieser für die Menschen „Unannehmlichkeiten“ verursacht, dennoch mußten „im Interesse der Erhaltung des Friedens in Europa leider solche Grenzsicherungsmaßnahmen durchgeführt werden“, sagte Streletz am Mittwochabend in Berlin

Die Generäle verwiesen während der Vorstellung ihres neuen Buches „Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben“ im Haus des Neuen Deutschland auf die zahlreichen Agenten der westlichen Besatzungsmächte in West-Berlin, vor denen sich die DDR habe schützen müssen. Auf die Frage, warum am 13. August 1961 alles so gut geklappt hätte, antworteten die Beiden, es  habe damals eben „keinen Schabowski“ gegeben, berichtet die Sächsische Zeitung.

Lötzsch: Mauerbau eine Folge des Zweiten Weltkrieg

Streletz verwies zudem darauf, daß kein anderes Land seine Verpflichtungen gegenüber der Sowjetunion so gewissenhaft erfüllt habe wie die DDR. Dennoch sei das Land 1990 „hinterhältig“ von Gorbatschow und Schewardnadse verkauft worden.

Bereits am Dienstag hatte die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, den Mauerbau als Folge des Überfalls auf die Sowjetunion bezeichnet. Die Daten eng miteinander verbunden, sagte Lötzsch. Ende Juli hatten Mitglieder der Linkspartei zudem ein Positionspapier zum Landesparteitag der Partei in Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt, das den Mauerbau als „alternativlos“ darstellt.

Knabe fordert Verbot von DDR-Uniformen

Unterdessen forderte der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, ein Verbot von DDR-Uniformen am Brandenburger Tor. „Ich kenne kein anderes Land, in denen man in den Uniformen einer gestürzten Diktatur auf der Straße frei herumspazieren kann. 50 Jahre nach dem Mauerbau wird es Zeit, daß die Bundesregierung dieses geschmacklose Treiben beendet”, sagte Knabe.

Die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) müsse nun einen Gesetzentwurf vorlegen, der die rechtlichen Voraussetzungen für das Verbot schafft. Der Historiker mahnte: „Es wäre gut, wenn die Erinnerung an den Mauerbau nicht nur aus Sonntagsreden bestünde, sondern auch in Taten münden würde.” (ho)

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