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Islamwissenschaftler Kalisch ist kein Moslem mehr

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Eine deutsch-arabische Ausgabe des Korans: Existenz des islamischen Propheten Mohammed bestritten Foto: Pixelio/VolkerQasir

MÜNSTER. Der Islamwissenschaftler Muhammad Sven Kalisch sieht sich nicht mehr länger als Moslem. Laut einem Bericht der Westfälischen Nachrichten hat der Professor für islamische Theologie die Leitung der Universität Münster von seinem Sinneswandel in Kenntnis gesetzt.

„An seinem Status als Beamter ändert seine Abkehr nichts“, sagte ein Sprecher des Innovationsministeriums in Düsseldorf. Allerdings werde nun Kalischs Lehrstuhl möglicherweise umgewandelt, hieß es aus Universitätskreisen.

Von Islamfunktionären angegriffen

Vor zwei Jahren sorgte ein Boykottaufruf muslimischer Verbände für Aufsehen. Kalisch, der zu dieser Zeit als erster deutscher Professor islamische Religionslehrer ausbilden sollte, vertritt eine historisch-kritische Sicht auf den Koran. Nach Quellenstudien bezweifelt Kalisch die historische Existenz des islamischen Propheten Mohammed, betrachtete sich aber nach wie vor als Moslem.

Mehrere Islamfunktionäre verlangten daraufhin die Ablösung Kalischs, der auch tatsächlich von der Ausbildung der Religionslehrer suspendiert wurde. Nach mehreren Morddrohungen verschweigt die Universität inzwischen die Adresse von Kalischs Büro.

Kalisch war im Alter von fünfzehn Jahren vom Protestantismus zum Islam konvertiert. Nach eigener Aussage hoffte er bis zuletzt auf eine innere Reform dieser Religion. (FA)

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