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1. April
 

Indianer ersetzt Erika Steinbach im Stiftungsrat

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Nordamerikanische Indianer (Aquarell von Karl Bodmer um 1840): auch vertrieben aus dem Land der dunklen Wälder und kristall´nen Seen Foto: Wikimedia/Library of Congress

BERLIN. Der Streit um die personelle Besetzung des Stiftungsbeirats des Zentrums gegen Vertreibungen ist endgültig beigelegt worden. Am Donnerstag haben sich die Regierungsparteien darauf geeinigt, daß nach dem Verzicht von Vetriebenenverbands-Präsidentin Erika Steinbach auf einen Sitz in dem Gremium ein amerikanischer Ureinwohner ihren Platz einnehmen soll.

Begründet wird dies mit der Notwendigkeit, die Stiftung „international besser aufzustellen“. Außerdem werde „mit dieser Neuausrichtung die transatlantische Partnerschaft nochmals vertieft“, heißt es aus dem Kanzleramt. Das Schicksal der deutschen Vertriebenen sei keineswegs singulär, denn auch die Indianer hätten auf ihrer unfreiwilligen Wanderschaft das Land der dunklen Wälder und kristall´nen Seen verlassen müssen.

Im Zuge der Besiedelung des amerikanischen Westens durch europäische Einwanderer wurden die meisten indianischen Stämme ab 1830 zwangsweise vor allem nach Oklahoma umgesiedelt. Lebten vor dieser Landnahme der weißen Siedler bis zu 13 Millionen Ureinwohner in Nordamerika, sollen es heute etwa nur noch zwei Millionen sein. Allein die sogenannten „Indianerkriege“ bis 1890 forderten rund 400.000 Opfer.

„So bunt wie unsere Gesellschaft“

Während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der nun anstehenden Neubesetzung des Zentrums gegen Vertreibungen für den Gesprächstherapeuten Black Coward aus dem Reservat der Schwarzfuß-Indianer ausgesprochen haben soll, scheint Außenminister Guido Westerwelle (FDP) laut Informationen aus Regierungskreisen eher den Event-Manager Warm Brother vom Stamme der Schoschonen als indianischen Vertreter im Stiftungsrat zu präferieren.

Diese Unstimmigkeit werde jedoch sicherlich bald durch ein Machtwort des liberalen Vizekanzlers beendet, gab sich der Legationssekretär der polnischen Botschaft in Berlin, Władysław Einmischski, ungefragt gegenüber der JUNGEN FREIHEIT gewiß.

Die Grünen begrüßten die angekündigten Neuerungen: „Mit der Teilnahme der farbenfrohen Native Americans verliert das Vertriebenenzentrum endlich seinen urdeutschen Muff und wird so bunt wie unsere Gesellschaft“, teilte die Bundesgeschäftsstelle der Partei mit. Dem Vernehmen nach habe sich vor allem Grünen-Chefin Claudia Roth über die Nachricht gefreut, da die Indianer – wie sie selbst – Sonne, Mond und Sterne sowie extravaganten Kopfschmuck besonders schätzten.

Bald auch Tiere im Stiftungsrat

Kritik kam dagegen von Vertretern der evangelischen Kirche: Die Unterteilung des Leidens nach nationalen Gesichtspunkten sei nicht mehr zeitgemäß, heißt es in einer ersten Stellungnahme der EKD. Man beruft sich dabei auf ein Gutachten der Religionssoziologin Brunhilde Büßer-Hemd von der Fachhochschule Visselhövede. Darin wurde nachgewiesen, daß letztlich alle Menschen Vertriebene seien, wenn man bei Adam und Eva und ihrem Rauswurf aus dem Paradies beginne.

Allerdings müsse noch geklärt werden, ob es einen Zusammenhang der hierfür maßgeblich mitverantwortlichen Kreatur mit der germanischen Mythologie (Midgard-Schlange!) gebe. In diesem Falle müsse der Bundesrepublik als Rechtsnachfolgerin Germaniens eindeutig die Seite der Täter und nicht die der Opfer zugewiesen werden, so Büßer-Hemd.

Die Tierschutzorganisation PETA, der führende Intellektuelle wie zum Beispiel die amerikanische Kulturkritikerin Pamela Anderson angehören, nannte die Diskussion um die Besetzung des Beirates der Vertriebenenstiftung zu anthropozentrisch. Unter Verweis auf das Schicksal der Ratten von Hameln im Jahre 1284, die ebenfalls ihres angestammten Siedlungsraumes beraubt wurden, plädierte die deutsche PETA-Sektion nach exklusiven Informationen der JF für mindestens einen tierischen Vertreter in dem Gremium.

Ausstellungsfläche nochmals erweitern

Aus dem Bund der Vertriebenen (BdV) hieß es, man könne sich prinzipiell mit allen diesen Vorschlägen, die man als Bereicherung verstehe, arrangieren, wenn im Gegenzug die Ausstellungsfläche über die Vertreibung der Deutschen um 12,5 Quadratzentimeter erweitert werde.

An der Basis des Verbandes hat man immerhin gegen die Indianer nichts einzuwenden: „So ein Rothäutchen ist mir allemal lieber als diese roten Häuptlinge bei uns in der Politik“, meinte der Ostpreuße Karl Steputat im Gespräch mit der JUNGEN FREIHEIT. (apr/il)

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