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„Flucht, Vertreibung, Versöhnung“
 

CSU-Politiker Mayer weist Kritik an Vertriebenenfunktionären zurück

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Stephan Mayer: Der CSU-Politiker weist die Kritik an Vertretern des Bund der Vertriebenen als „unverschämt“ zurück Foto: Privat

BERLIN. Der vertriebenenpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stephan Mayer, hat die Kritik an einzelnen Mitgliedern des Stiftungsrates des Vertriebenenzentrums als „unverschämt und bodenlos“ zurückgewiesen. „Für so etwas habe ich kein Verständnis“, sagte das Präsidiumsmitglied des Bundes der Vertriebenen (BdV) der JUNGEN FREIHEIT.

Den stellvertretenden Mitgliedern im Stiftungsrat des Vertriebenenzentrums, Hartmut Saenger und Arnold Tölg, war unter anderem vom wissenschaftlichen Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Peter Steinbach, Geschichtsrevisionismus und Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen vorgeworfen worden.

Mayer verteidigte hingegen Saenger und Tölg. Beide seien ihm als seriöse und besonnene Personen bekannt. Die Angelegenheit sei eine „Kampagne der Opposition mit dem Ziel, Stimmung gegen den BdV zu machen“, kritisierte der CSU-Abgeordnete, der für den Bundestag im Rat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ sitzt.

Zitate aus dem Zusammenhang gerissen

Anlaß für die Kritik an den BdV-Vertretern war unter anderem ein Beitrag Saengers in der Preußische Allgemeine Zeitung vom vergangenen Jahr. Darin hatte er die Haltung Polens in der Zwischenkriegszeit kritisiert.

Vertriebenen-Politiker Mayer sieht darin jedoch keineswegs eine Leugnung oder Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Vielmehr seien die kritisierten Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. „Es ist unbestritten, daß der Zweite Weltkrieg von Deutschland ausging. Daran gibt es nichts zu rütteln. Das heißt aber nicht, daß man im Gegenzug nicht nach dem Verhalten Polens und der Tschechoslowakei in der Zwischenkriegszeit fragen darf“, sagte Mayer.

Der CSU-Politiker äußerte zudem die Hoffnung, daß die Stiftung trotz der neuerlichen Kritik nach der Sommerpause endlich ihre Arbeit aufnehmen könne und ihrem eigentlichen Ziel, der Erinnerung an die Geschichte der Vertreibung, gerecht werden könne. (krk)

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