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Afghanistan
 

Afghanistan: Soldaten erheben schwere Vorwürfe gegen Bundesregierung

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Dingo der Bundeswehr in Afghanistan: Nur eine halbe Stunde Ausbildung Foto: Wikipedia/Isaf Hauptquartier Kabul

BERLIN. Soldaten der Bundeswehr haben die Bundesregierung massiv kritisiert. „Wir fühlen uns allein gelassen“ zitiert der Sender N24 einen Oberfeldwebel, der an zwei Einsatzorten in Afghanistan stationiert war.

Bei den Soldaten herrsche vor allem Verunsicherung über die rechtliche Situation. „Dürfen wir schießen oder nicht schießen?“ Die Truppe wisse nicht, ob sie das Richtige mache, „oder ob uns sogar Ermittlungen und Gefängnis in Deutschland drohen“.

Betteln um Signalgranaten

Auch beklagte der Soldat, der unerkannt bleiben wollte, massive Ausrüstungs- und Ausbildungsmängel. So habe er bei Einsätzen um Rauch- und Signalgranaten regelrecht betteln müssen, da der Kostendruck auf die Truppe enorm sei.

Das Waffenmaterial erwies sich im Einsatz zudem als teilweise nicht miteinander kombinierbar. Am Transportfahrzeug Dingo der Bundeswehr sei der Soldat erst in Afghanistan und auch nur für eine halbe Stunde ausgebildet worden.

Bevölkerung nicht verschrecken

Der Generalinspektor der Bundeswehr, Volker Wieker, hat inzwischen den von mehreren Politikern geforderten Einsatz des Kampfpanzers Leopard 2 in Afghanistan ausgeschlossen. Die Taliban könne man so nicht bekämpfen.

„Außerdem müssen wir uns fragen, wie wir auf die Bevölkerung wirken“, sagte er gegenüber der Bild-Zeitung. „Wir wollen die Menschen beschützen und nicht verschrecken.“ (FA)

> Afghanistan: Bischof fordert mehr Unterstützung für deutsche Soldaten

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