Westpreußen-Museum droht die Schließung

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Sitz des Westpreußischen Landesmuseums: Der Drostenhof in Münster-Wolbeck Foto: Wikipedia

MÜNSTER. Das Westpreußische Landesmuseum in Münster-Wolbeck (Nordrhein-Westfalen) ist von der Schließung bedroht. Grund ist die angekündigte Reduzierung von Fördergeldern durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Sollte der Landschaftsverband wie angekündigt am Mittwoch beschließen, die Zuschüsse zu den Betriebskosten von derzeit 80.000 auf 50.000 Euro pro Jahr zu kürzen, könnte der Museumsbetrieb nicht mehr aufrechterhalten werden, teilte ein Sprecher der Kulturstiftung Westpreußen mit.

Der Trägerverein des Museums zeigte sich enttäuscht von den jüngsten Gesprächen mit dem zuständigen LWL-Kulturdezernat, das sich nicht zu einer ergebnisoffenen Verhandlung über die Höhe der Zuschüsse bereit erklärt habe.

„Nur für bestimmte Zielgruppe von Bedeutung“

Die geplante Reduzierung der Fördermittel, die zu 80 Prozent vom Bund und zu 20 Prozent vom Landschaftsverband kommen, geschehe vor allem wegen der „angespannten Haushaltslage des LWL“, heißt es in der offiziellen Begründung.

Bei einer „kritischen Betrachtung der Förderaufgaben“ sei man außerdem zu dem Ergebnis gekommen, daß die Sammlungen des Westpreußischen Landesmuseums „keine herausragende Relevanz“ für Westfalen hätten. Vielmehr handele es sich um ein „Spezialmuseum“, das nur „für eine bestimmte Zielgruppe von historischer und emotionaler Bedeutung“ sei.

Das 1975 gegründete Landesmuseum versteht sich als „zentrale Einrichtung für die Sammlung, Bewahrung und Präsentation westpreußischen Kulturguts“. In seinen Ausstellungen soll „die Kulturregion Westpreußen – das Land am Unterlauf der Weichsel, von Thorn bis Danzig einschließlich der Kaschubei – dargestellt werden“.

Bibliothek und Archiv

Neben einer ständigen Ausstellung zu Geschichte, Kunst und Kultur Westpreußens präsentiert das Museum jedes Jahr mehrere Sonderausstellungen und stellt eine Bibliothek sowie ein Archiv zur Verfügung.

„Wir haben in den letzten zehn Jahren viel bewegt“, sagte Museumsdirektor Lothar Hyss gegenüber der Ibbenbürener Volkszeitung. Wer die Begründung des  Landschaftsverbandes für die geplanten Mittelkürzungen lese, habe das Gefühl, „daß sie jemand geschrieben hat, der noch nie im Westpreußischen Landesmuseum gewesen ist und der sich über unsere grenzüberschreitende Arbeit nicht informiert hat“. (vo)

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