Spekulationen über Massengrab in Lodsch

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Die Piotrkowska-Straße in der zentralpolnische Industriestadt Lodsch Foto: Wikipedia

LODSCH. Auch im Zentrum der zentralpolnischen Großstadt Lodsch soll es ein Massengrab geben. Das berichtet das Internetportal „polskaweb” aus Posen unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Zeitzeugen.

Die menschlichen Skelette sollen auf dem Gelände eines früheren Armeemagazins der Kopernikus-Straße 65 verscharrt sein, unweit der berühmten Piotrkowska-Hauptstraße (Petrikauerstraße). Der Zeitzeuge hatte sich mit seinem Wissen an den Stadthistoriker und Direktor des Lodscher Fremdenverkehrsamtes, Ryszard Bonisławski, gewandt und mitgeteilt, auf dem Grundstück lägen die Überreste unzähliger Menschen, die hier Ende der vierziger Jahre vom polnischen Sicherheitsdienst vergraben worden seien.

Bonisławski bestätigte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT den mutmaßlichen Fund eines Massengrabes. Bereits in den siebziger oder achtziger Jahren sei man an der bezeichneten Stelle auf Skelette gestoßen. Das gehe aus Bonisławski vorliegenden Aufzeichnungen über die Stadtgeschichte hervor. „Das war Armee-Gelände, dort gab es in den Nachkriegsjahren eventuell ein Sicherheitsdienst-Gefängnis“, sagte der Stadthistoriker.

Sterbliche Überreste deutscher Kriegsgefangener?

Genauere Angaben könne man derzeit noch nicht machen, die Aufarbeitung käme erst in Gang. Sicherlich werde das Institut für Nationales Gedenken (IPN) sich der Sache annehmen, sobald der Frost vorbei ist, äußerte Bonisławski gegenüber der JF.

Vor etwa dreißig Jahren, als man auf Knochen stieß, kam die Vermutung auf, es könne sich um die Leichen deutscher Kriegsgefangener handeln, die am Lodscher Flugplatz Zwangsarbeit leisten mußten. Die Angelegenheit wurde jedoch nicht weiterverfolgt, die Skelette blieben unter der Erde.

„Das waren solche Zeiten damals, da interessierte man sich nicht dafür“, so Bonisławski. Zudem finde man in Lodsch immer wieder Massengräber mit den sterblichen Überresten von Menschen verschiedener Nationalität. „Wir kennen beispielsweise bis heute nicht das Grab des von den Nazis ermordeten Stadtpräsidenten.“

Derzeit dauern die Exhumierungsarbeiten am Massengrab in Marienburg an. Die Zahl der gefundenen Skelette liegt nach Meldungen örtlicher Zeitungen bei 1.900.

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