Massengrab in Marienburg: Kritik an Ausgrabungen mit Baggern

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Marienburg: Die Grube des Massengrabes Foto: JF

MARIENBURG. Die Bergungen der Überreste deutscher Zivilisten im westpreußischen Marienburg (Malbork) gehen nach Einsetzen von Tauwetter weiter. Obwohl derweil bereits die Knochen von mehr als 2.000 Menschen geborgen wurden, von denen angenommen wird, daß die meisten Deutsche sind, dauern die Arbeiten an.

Aktuelle Fotos zeigen einen großen Bagger, dessen Schaufel die Grubenwand abträgt und Erde aufwirft. Dieses Vorgehen ruft mittlerweile  Kritik unter engagierten Einwohnern Marienburgs hervor. „Grob“ und „unsachgemäß“ lauten mit Blick auf die Arbeiten die Vorwürfe im lokalen Internetforum www.marienburg.pl. Beim Exhumieren mit einem Schaufelbagger würden Skelette auseinandergerissen und zu viele Spuren verwischt.

Beispielsweise sei dann nur noch schwer feststellbar, ob es sich bei dem Grab tatsächlich um einen Granattrichter handelte oder die Grube von Menschen ausgehoben wurde, schrieb ein Teilnehmer. Ein anderer schimpfte: „Ein Archäologe, der die Exhumierung mit einem Bagger erlaubt, ist kein Archäologe.“

Irreführung der Öffentlichkeit?

Zudem wurden Vorwürfe geäußert, der Bagger würde vor dem Eintreffen von überregionalen Medienvertretern weggeschafft. „Vor dem Besuch des Fernsehens wurde schnell der Bagger abgezogen und durch Leute mit Schaufeln und Hammern ersetzt, damit die Welt nicht erfährt, mit welcher Würde die Opfer tatsächlich exhumiert werden“, heißt es in einem weiteren Beitrag auf dem Forum.

Den Arbeitern vor Ort sei es inzwischen verboten, Informationen zu erteilen.
Nach Informationen des Spiegel habe der zuständige Bezirksstaatsanwalt noch nicht entschieden, die Gebeine von Experten kriminalistisch untersuchen zu lassen. (ru)

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