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Nach Papst-Kritik: Werner Münch kehrt der CDU den Rücken

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Werner Münch: Ex-Ministeräsident von Sachsen-Anhalt Foto: Bundesarchiv

BERLIN. Der  ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, hat aus Verärgerung über den Kurs von Parteichefin Angela Merkel die CDU verlassen. „Die öffentliche Zurechtweisung des Papstes war unglaublich”, sagte Münch der Oldenburger Nordwest-Zeitung. Der Umgang mit dem Oberhaupt der Katholischen Kirche im Zuge der Holocaust-Debatte um den britischen Bischof Richard Williamson sei „unwürdig”.

Papst Benedikt XVI. sei von Merkel regelrecht „gedemütigt” worden, kritisierte Münch. Dabei sei die Haltung des Papstes zum Holocaust und zu den Juden über jeden Zweifel erhaben. Er vermisse nach 37 Jahren Mitgliedschaft auch ein klares Bekenntnis der CDU „zum Schutz und Erhalt des menschlichen Lebens”.

Kritik an Haltung zum Lebensschutz

Wer mit der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer in der Öffentlichkeit auftrete und auf einem CDU-Parteitag eine Mehrheit für einen Parteitagsbeschluss zur Liberalisierung der embryonalen Stammzellenforschung durchsetze, verletze die christlichen Grundwerte der Union, hielt Münch der Kanzlerin vor.

Der Politikwissenschaftler Münch gehörte sechs Jahre dem Europaparlament an, bevor er 1990 Finanzminister in Sachsen-Anhalt wurde. Nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Gies (CDU) wurde er dort CDU-Vorsitzender und Regierungschef. 1993 mußte er selbst zurücktreten, nachdem Vorwürfe laut wurden, seine Minister hätten sich zu hohe Amtsbezüge genehmigt. Vor Gericht erstritt sich Münch später seine Rehabilitierung.

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