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Flächendeckender Islamunterricht in Nordrhein-Westfalen

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Integrationsminister Armin Laschet sieht Schulversuch als „Zwischenschritt“ Foto: Integrationsministerium NRW

DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat die versuchsweise Einführung des islamischen Religionsunterrichts beschlossen. Dies gab CDU-Integrationsminister Armin Laschet bekannt. Der Unterricht soll für die derzeit 300.000 Schüler aus muslimischen Familien im gesamten Bundesland verpflichtend werden.

Damit soll nach den Sommerferien der bisherige „Schulversuch Islamkunde in deutscher Sprache“, der seit zehn Jahren läuft, abgelöst werden. „Die Einführung islamischen Religionsunterricht bedarf enormer Anstrengungen“, betonte Laschet. Das neue Förderprogramm sei ein „Zwischenschritt auf dem Weg zu einem bekenntnisorientierten Islamunterricht“.

Die Landtagsfraktionen von  SPD und Grünen bekannten sich grundsätzlich zum islamischen Religionsunterricht, sahen aber noch Einzelheiten ungeklärt. „Der Beratungsprozeß zwischen den Fraktionen ist zwar eingeleitet, aber keineswegs beendet“, sagte die Grünen-Sprecherin für Einwanderungspolitik, Andrea Asch, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Interreligiöses Forum fordert mehr Akzeptanz des Islams

Erst vergangene Woche forderten muslimische Funktionäre in Nordrhein-Westfalen eine „Klimawende“ im Umgang mit Einwanderern. Diese sollen „auf gleicher Augenhöhe“ in der Ausgestaltung von Grundgesetz, Staat und Gesellschaft einbezogen werden, erklärten sie in einem Memorandum des sogenannten Soester Forums, welches sich um den „interreligiösen Dialog“ bemüht.

Das Forum geht vor allem auf die Initiative des früheren nordrhein-westfälischen Integrationsbeauftragten Klaus Lefringhausen zurück. Die Teilnehmer fordern eine größere Akzeptanz des Islams in Deutschland, berichtet die Rheinische Post. Auch müsse die Debatte um Integration ein würdigeres Niveau erhalten und eine Migrantenquote im öffentlichen Dienst eingeführt werden. (FA)

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