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Vertreibung
 

Bischöfin plädiert für Gedenken an eigene Opfer

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Landesbischöfin Käßmann: gegen Verdacht des Revanchismus Foto: Monika Lawrenz/ LVH

BERLIN. Zum Gedenken an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs gehört für die Deutschen neben dem Bekennen von Schuld auch das Reden über eigenes Leid. Dies hebt die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann anläßlich des Kriegsausbruchs vor 70 Jahren in der in Berlin erscheinenden evangelischen Zeitschrift Zeitzeichen hervor.

Käßmann erinnert daran, daß als Folge des Kriegs etwa 14 Millionen Deutsche ihre Heimat verloren. Viele Vertriebene und Flüchtlinge hätten aber ihre Leidensgeschichten nicht erzählen können; sie seien als Teil der deutschen Schuld gesehen worden und hätten unter dem ständigen Verdacht des Revanchismus gestanden.

Nach Meinung der Landesbischöfin, die auch dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angehört, haben Christen jedoch die innere Freiheit, „gleichermaßen Schuld zu bekennen, von Verletzungen zu sprechen und für Versöhnung einzutreten“.

Heimatvertriebene haben zur Versöhnung beitragen

In ihrem Beitrag erinnert Käßmann an Klaus von Bismarck, den aus Pommern stammenden früheren Intendanten des Westdeutschen Rundfunks, der beim Leipziger Kirchentag 1954 in einem Referat gesagt habe: „Mein Herz sucht in diesem Augenblick die Wiesen, die Felder und Bäume in meiner jetzt polnisch verwalteten Heimat in Pommern. Ich sehe keinen Weg – um offen und nüchtern zu sein – , dorthin zurückzugelangen ohne Krieg und ohne neue große Schrecken. Ich will nicht zurück für diesen Preis.“

Frau Käßmann, die selbst aus einer Vertriebenenfamilie stammt, lobt eine solche Haltung. Damit könnten Heimatvertriebene zur Versöhnung in Europa beitragen. Die Landesbischöfin der mit über drei Millionen Mitgliedern größten Gliedkirche der EKD wörtlich: „Und viele haben das in zahlreichen Initiativen getan.“ (idea/vo)

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