Scharfe Kritik an „Bibel in gerechter Sprache“

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Alte Bibel Foto: Pixelio/Romy 2004

BONN.  Scharfe Kritik an der „Bibel in gerechter Sprache“ hat der evangelische Theologieprofessor Okko Herlyn geübt. Ihm sei keine einzige Übersetzung bekannt, die von vornherein darauf verzichte, sich um Originaltreue zu bemühen, sagte er auf einer Tagung der Evangelischen Akademie im Rheinland.

Die „Dreistigkeit, eine Übersetzung anzubieten, die im Grunde gar nichts anderes sein will, als die Durchsetzung eigener Interessen“, sei neu, sagte Herlyn. Es werde eine Grenze überschritten, die für die reformatorische Theologie bislang Tabu gewesen sei – die Unterscheidung zwischen Text und Auslegung.

Kritik auch an der „Volxbibel“

Herlyn ist Dozent an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe und der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität in Bochum. Der Theologe nahm auch zur ebenfalls umstrittenen „Volxbibel“ Stellung, die die Sprachgewohnheiten junger Menschen übernehme.

Jugendliche, die sonst keine Bibel anrührten, biete man damit die Chance, etwas aus dem „Buch der Bücher“ zu erfahren. Andere empfänden „gerade diese ihnen nachempfundene Sprache für die biblische Botschaft als unangemessen, gar peinlich“. Herlyn zufolge sollte bei Bibelübersetzungen die Grenze zwischen Textwiedergabe und Auslegung stets gewahrt bleiben. (idea/JF)

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