Linkspartei: „Verdoppelung des Stimmenanteils möglich“

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Parteienforscher Frank Pilz

BERLIN. Mit bis zu zehn Prozent des Stimmenanteils für die Linkspartei rechnet der in München und Regensburg lehrende Parteienforscher Frank Pilz, sollte es aufgrund der unklaren Mehrheitsverhältnisse im hessischen Landtag zu vorgezogenen Neuwahlen kommen.

„Dann“, so Pilz in einem Interview mit der JUNGEN FREIHEIT, „kommt möglicherweise eine rot-rote Koalition statt nur einer rot-roten Tolerierung.“

Als Ursache für den Erfolg der Linken sieht Pilz „einen grundlegenden Wandel der politischen Mentalität der Deutschen“. Wahlentscheidend sei heute über alle Lager hinweg die Frage der Verteilungsgerechtigkeit.

Die durch die Erfolge der Linkspartei entstandenen Konstellationen stellen einen „Epochenwechsel“ auch für die bundesdeutsche Demokratie dar, sagte Pilz. Aufgrund der unklaren Mehrheitsverhältnisse werde der Wähler künftig immer seltener wissen, „was mit seiner Stimmte nach der Wahl geschieht.“ In Fachkreisen spreche man laut Pilz daher bereits davon, daß „der Einfluß des einzelnen Wählers künftig fast gegen Null“ gehen werde.

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