„Kritische Islamkonferenz“: JF-Autor unerwünscht

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Logo der Kritischen Islamkonferenz

KÖLN. Die „Kritische Islamkonferenz“, die am kommenden Wochenende in Köln stattfinden wird, ist an Diskussionsbeiträgen von Autoren der JUNGEN FREIHEIT nicht interessiert.

Die unter anderem von der Giordano-Bruno-Stiftung und dem Zentralrat der Ex-Muslime getragene Veranstaltung, die „alle Interessierte“ einlädt, über Themen wie das Verhältnis von muslimischen Glaubensgrundlagen und dem Islamismus zu diskutieren, lehnte eine Teilnahme von Rolf Stolz, Gründungsmitglied der Grünen und Sachbuchautor, ab.

Als Begründung wurde dessen „publizistische Arbeit für die JUNGE FREIHEIT“ genannt. Stolz ist langjähriger Kolumnist der JF und schrieb mehrere Artikel zur Islamisierung Europas.

Stolz will dennoch teilnehmen

Gunnar Schedel vom linken Verlag Alibri, hauptverantwortlicher Organisator der Veranstaltung, begründete gegenüber der JF diesen Schritt mit der unterschiedlichen Vorstellung von Islamkritik. Die „Kritische Islamkonferenz“ verfolgt „ein gesellschaftliches Projekt mit emanzipatorischer Zielsetzung“, bei der die in Deutschland lebenden Muslime sich von ihrer Religion distanzieren und diese zukünftig allenfalls als kulturelles Erbe begreifen. Inwiefern sich aber diese Sichtweise fundamental von der Kritik unterscheidet, die Stolz in der JF veröffentlichte, konnte Schedel nicht verdeutlichen.

Stolz zeigte sich enttäuscht über die Ausladung. Er wolle aber dennoch an der Konferenz teilnehmen, sagte er der JF Er sei an einem „möglichst breiten Bündnis“ der Islamkritiker interessiert. Ein Dutzend zustimmender Briefe hätte ihn in seiner Haltung bestätigt. Es gäbe eine Tendenz, in Diskussionsgruppen bestimmen zu wollen, „wer ein guter und wer ein weniger guter Islamkritiker ist“.

Ähnlicher Fall in Österreich

Erst vor wenigen Tagen hat die Ausladung der deutschen Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher von einer Veranstaltung in Traun in Österreich für scharfe Proteste gesorgt. Schirrmacher hätte auf Einladung des Komitees „Aufeinander zugehen“ einen Vortrag über islamische Integrationsprobleme halten sollen.

Nach einem Protestschreiben des Wiener SPÖ-Landtagsabgeordneten und Integrationsbeauftragten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Omar Al Rawi, sagten die Veranstalter den Vortrag jedoch ab.

> Mehr zum Thema Islamismus im aktuellen Dossier der JUNGEN FREIHEIT.

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