Kindergärten in Sarajevo feiern kein Weihnachten

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Weihnachtszeit: Verdrängt von einer fortschreitenden Islamisierung in Bosnien? Foto: Pixelio/Gerd Altmann

SARAJEVO. Die staatlichen Kindertagesstätten in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo werden dieses Jahr kein Weihnachten feiern. Auch gibt es laut Medienberichten in den Einrichtungen keine Geschenke oder geschmückten Christbäume. Grundlage der Verordnung ist der verpflichtende islamische Religionsunterricht, der auch für die christlichen Kinder von Serben und Kroaten gilt.

Diese Maßnahme sei eine „Entfernung von Europa und Annäherung an den Nahen Osten“, kritisierten Eltern die Regelung. Die Zahl derjenigen, die ihre Kinder bei den staatlichen Einrichtungen abmelden und in private Kindertagesstätten schicken, sei gestiegen.

Bosnischer Großmufti hält Scharia für „nicht verhandelbar“

Erst vor wenigen Tagen hat die Auszeichnung des Bosnischen Großmuftis, Mustafa Ceric, mit dem Eugen-Biser-Preis für Kritik gesorgt. Ceric wird vorgeworfen, für die Idee eines europäischen Kalifats einzutreten. Auch schrieb er in der CDU-nahen Zeitschrift European View: „Der islamische Bund (mit Allah), die Scharia, ist fortwährend, nicht verhandelbar und nicht aufhebbar.“

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigte Ceric seine Position: „Unter dem Begriff der Scharia verstehe ich (…) die Überzeugung von einem im Koran bezeugten, ewigen Bund Gottes mit den Menschen“, schreibt Ceric. Eine „Interpretation und Anwendung“ islamischen Rechts müsse auf „Zeit und Raum“ bezogen werden. Zur Harmonisierung des islamischen und des deutschen Rechtsverständnisses forderte Ceric einen „Gesellschaftsvertrag“.

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