BOSTON. Hinterbliebene zweier amerikanischer Angriffe auf angebliche Drogenboote im Pazifik (JF berichtete) haben die US-Regierung verklagt. Bei den Attacken im vergangenen Oktober wurden zwei Männer getötet – was nach Ansicht der Kläger einem Kriegsverbrechen gleichkomme und Teil eines „beispiellosen und offenkundig rechtswidrigen US-Militäreinsatzes“ sei, heißt es in der Klageschrift, die am Dienstag bei einem Bundesgericht im Bundesstaat Massachusetts eingereicht wurde, wie die dpa berichtet.
Die beiden Kläger sind eine Mutter und eine Schwester von jeweils einem der Opfer. Die getöteten Männer stammten aus dem Karibikstaat Trinidad und Tobago. Dorthin soll auch das Boot unterwegs gewesen sein, das am 14. Oktober von US-Kräften angegriffen wurde. Die beiden Getöteten sollen laut Klageschrift lediglich Fischer gewesen sein, die eine Mitfahrgelegenheit auf dem Boot wahrgenommen hatten, um nach Hause zurückzukehren. Mitglieder eines Drogenkartells seien sie nicht gewesen.
Die Tötungen seien vorsätzlich und gezielt verübt worden, ohne jede plausible juristische Rechtfertigung – daher seien sie als Morde einzustufen. „Personen auf höchster Regierungsebene“ hätten sie angeordnet, Militäroffiziere in der Befehlskette hätten sie ausgeführt, heißt es in der Klageschrift weiter.
US-Kommando zählt 36 Angriffe auf Boote
Zum Zeitpunkt der Angriffe habe es keinen militärischen Konflikt zwischen den USA und den Drogenkartellen gegeben, der nach dem Kriegsrecht solche Attacken rechtfertigen würde. Auch eine Zustimmung des US-Kongresses habe nicht vorgelegen.
Grundlage der Klage ist der Death on the High Seas Act. Dieses US-Gesetz erlaubt Klagen wegen widerrechtlicher Tötungen in internationalen Gewässern. Zudem gesteht das amerikanische Recht Ausländern zu, vor US-Bundesgerichten wegen Verstößen gegen Menschenrechte zu klagen.
Nach Angaben der NGO Center for Constitutional Rights handelt es sich um die erste Klage, die mit den US-Angriffen auf Boote im Pazifik in Bezug steht. Bislang sollen bei insgesamt 36 derartigen Attacken etwa 126 Menschen getötet worden sein, zählte die für den Südpazifik zuständige Unified Combatant Command auf. US-Kriegsminister Peter Hegseth rechtfertigte die Angriffe damit, Drogenartelle bekämpfen zu wollen. (lb)
Yesterday, at the direction of President Trump, the Department of War carried out three lethal kinetic strikes on four vessels operated by Designated Terrorist Organizations (DTO) trafficking narcotics in the Eastern Pacific.
The four vessels were known by our intelligence… pic.twitter.com/UhoFlZ3jPG
— Secretary of War Pete Hegseth (@SecWar) October 28, 2025
(lb)





