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Orbán setzt sich durch: Doch keine Sanktionen gegen russischen Patriarchen

Orbán setzt sich durch: Doch keine Sanktionen gegen russischen Patriarchen

Orbán setzt sich durch: Doch keine Sanktionen gegen russischen Patriarchen

Der Vorsitzende der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, soll wegen Kreml-Nähe sanktioniert werden Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Oleg Varov
Der Vorsitzende der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, soll wegen Kreml-Nähe sanktioniert werden Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Oleg Varov
Der Vorsitzende der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, soll wegen Kreml-Nähe sanktioniert werden Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Oleg Varov
Orbán setzt sich durch
 

Doch keine Sanktionen gegen russischen Patriarchen

BUDAPEST. Nach ungarischen Protesten hat die Europäische Union auf Sanktionen gegen das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, verzichtet, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Regierung in Budapest hatte dies zur Voraussetzung für ihre Zustimmung zu einem weitgehenden Öl-Boykott gegen Rußland gemacht.

„Ungarn wird seine Zustimmung nicht dazu geben, daß man mit Kirchenführern auf eine solche Weise umgeht“, hatte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán dazu bereits Anfang Mai gesagt.  Dieses Thema sei „aus prinzipiellen Gründen“ noch wichtiger als das Öl-Embargo. Die Sanktionen gegen Kirill hätten zur Folge gehabt, daß der Geistliche nicht mehr in die Europäische Union hätte einreisen dürfen. Zudem wären seine Vermögenswerte eingefroren worden, sofern diese sich in der EU befänden.

Ungarischer Staatssekretär nannte Sanktionen „völlig irre“

In Ungarn hatten die Sanktionspläne gegen den Patriarchen bereits seit Längerem für Kritik gesorgt: Der für die „verfolgten Christen in der Welt“ zuständige ungarische Staatssekretär Tristan Azbej sagte im Mai: „Die russisch-orthodoxe Kirche hat weltweit 160 Millionen Gläubige und 40.000 Priester.“ Der „völlig irre“ Plan der EU-Kommission würde es dem orthodoxen Kirchenoberhaupt verbieten, das Territorium der EU zu betreten. Das hieße, die dort lebenden Gläubigen von ihrem religiösen Führer zu isolieren. Diese Idee sei schädlich, sie führe nicht zur Versöhnung, kritisierte Azbej.

Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich am Montag auf ein neues Sanktionspaket gegen Rußland geeinigt, das unter anderem ein weitgehendes Embargo gegen russisches Erdöl vorsieht. Die Einigung enthielt eine Ausnahme für per Pipeline transportiertes Öl, auf die Ungarn gepocht hatte. Am Donnerstag soll der Konflikt bei einem Treffen der EU-Ministerpräsidenten in Luxemburg angesprochen werden, die EU-Kommission hofft auf eine rasche Einigung. (st)

Der Vorsitzende der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, soll wegen Kreml-Nähe sanktioniert werden Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Oleg Varov
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