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USA: Finanzier der Rechten

USA: Finanzier der Rechten

USA: Finanzier der Rechten

Peter Thiel bei einer Rede (in Miami Beach, Florida, April 2022): „Zur Zeit wohl einer der einflußreichsten Spender“ Quelle: picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Rebecca Blackwell
Peter Thiel bei einer Rede (in Miami Beach, Florida, April 2022): „Zur Zeit wohl einer der einflußreichsten Spender“ Quelle: picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Rebecca Blackwell
Peter Thiel bei einer Rede (in Miami Beach, Florida, April 2022): „Zur Zeit wohl einer der einflußreichsten Spender“ Quelle: picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Rebecca Blackwell
USA
 

Finanzier der Rechten

Viele aufstrebende Politiker der Republikaner buhlen im Zuge der derzeit stattfindenden US-Vorwahlen um die Unterstützung Donald Trumps. Schließlich verspricht das Siegel „Unterstützt von Trump“ gehörige Anerkennung bei der eigenen Wählerbasis. Geht es aber um einen weiteren zentralen Faktor jeder amerikanischen Wahlkampagne – das schöne Geld – trumpft eine andere Figur auf: Der 1967 in Frankfurt am Main geborene Investor Peter Thiel, dessen Familie ein Jahr später in die USA auswanderte, ist zur Zeit der wohl einflußreichste Spender im rechten Spektrum.

Eine Plattform für Trumps Ideologie?

25 Millionen Dollar hat er in den vergangenen Monaten in 15 ihm genehme republikanische Kandidaten investiert. Alle folgen sie mit graduellen Unterschieden der „America First“-Agenda Donald Trumps. Zuletzt fuhr Multimilliardär Thiel einen wichtigen Sieg ein, als sein langjähriger Freund J. D. Vance, den er ebenfalls mit einer großzügigen Millionenspende unterstützt hat, die Vorwahl in Ohio gewann. Im August steht die Wahl seines Ex-Mitarbeiters Blake Masters an, mit dem Thiel 2014 den Investoren-Ratgeber „Zero to One. Wie Innovation unsere Gesellschaft rettet“ veröffentlichte. Der 35jährige Unternehmer will die Vorwahl in Arizona gewinnen, wofür er von Thiel 13,5 Millionen Dollar einstrich. 

Die Profile der Kandidaten Thiels ähneln sich: Meist sind es junge, intellektuelle Rechte aus Eliteschulen oder elitären Finanzkreisen, die durch populistische Ideen, aggressive Rhetorik und die Ablehnung neokonservativer Außenpolitik auf sich aufmerksam machen. Von Trump beeinflußt, von Thiel finanziert, könnte die Kurzformel lauten. Max Chafkin, Autor einer Thiel-Biographie, vermutet, daß es das Ziel des 54jährigen sei, Trumps Ideologie eine „disziplinierte politische Plattform“ zu verschaffen. Zwar stehen sich Thiel und Trump nicht so nahe, wie es manch ein Medienbericht vermuten läßt. Aber sie arbeiten freundschaftlich zusammen, 2021 gab es mindestens drei vertrauliche Treffen. 

Gegen den woken Kapitalismus

Ein politischer Mensch war Thiel schon immer und ein intellektueller Kopf sowieso. Bevor er durch die Gründung des Internet-Bezahldienstes Paypal weltweit berühmt wurde, sorgte der studierte Philosoph 1996 mit dem (nicht auf deutsch) erschienenen Buch „Der Diversity-Mythos. Multikulturalismus und die Politik der Intoleranz auf dem Campus“ für nationale Aufmerksamkeit. Aus heutiger Sicht ist es ein erstaunliches Zeitdokument, denn der Stanford-Absolvent hat darin praktisch alle kulturellen Entwicklungen des Westens vorweggenommen, die ihren Ursprung in den US-Elite-Universitäten haben. „Multikulturalismus und ‘Diversity’ sind nichts weiter als Euphemismen“, erklärte der 29jährige Thiel schon damals. 

Mit dieser Denkweise kämpft er noch heute gegen linke Auswüchse, die sich inzwischen auch in Unternehmen breitgemacht haben. So gehört Thiel zu den ersten Investoren eines kürzlich gegründeten Fonds, der sich gegen den von Weltwirtschaftsforum-Chef Klaus Schwab und Blackrock-Geschäftsführer Larry Fink propagierten woken „Stakeholder-Kapitalismus“ wehrt, der der Gesellschaft nicht nur Produkte verkaufen, sondern in ihr auch Werte implementieren will. Der Kulturkampf wird zwar nicht nur, aber vor allem in den USA auf allen Ebenen immer intensiver – und Peter Thiel ist mittendrin. 

JF 28/22

Peter Thiel bei einer Rede (in Miami Beach, Florida, April 2022): „Zur Zeit wohl einer der einflußreichsten Spender“ Quelle: picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Rebecca Blackwell
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