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Österreich: Grüne verweigern Schulterschluß nach Angriff auf Wiener Verbindungshaus

Österreich: Grüne verweigern Schulterschluß nach Angriff auf Wiener Verbindungshaus

Österreich: Grüne verweigern Schulterschluß nach Angriff auf Wiener Verbindungshaus

Studentenverbindungen
Studentenverbindungen
Linksradikale demonstrieren gegen Burschenschaften (Archivbild) Foto: (c) dpa
Österreich
 

Grüne verweigern Schulterschluß nach Angriff auf Wiener Verbindungshaus

WIEN. Mit Ausnahme der Grünen haben alle Fraktionen des Wiener Gemeinderats den Anschlag auf ein Verbindungshaus in der österreichischen Hauptstadt verurteilt. In einem überparteilichen Antrag sprachen sich SPÖ, Neos, ÖVP und die FPÖ gegen Gewalt aus. „Wir sind gegen jede Form der Gewalt und – bei allen inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten – ausnahmslos für eine friedliche Auseinandersetzung“, betonte der stellvertretende Vorsitzende der SPÖ-Fraktion, Kurt Stürzenbecher, gegenüber der Nachrichtenagentur APA.

Kritik übten Vertreter der an der Erklärung beteiligten Fraktionen an der Verweigerungshaltung der Grünen. FPÖ-Fraktionschef Maximilian Krauss sagte der Zeitung Heute: „Es ist aber auch ein eindeutiges Zeichen, daß sich die Grünen als einzige Partei nicht von linksextremer Gewalt distanzieren möchten.“ Zugleich sei er froh, daß der Gemeinrat die Gewalt mit dem Schulterschluß verurteile.

Die ÖVP äußerte ihr Unverständnis über das Verhalten der Grünen. „Es mutet seltsam an, daß die Grünen sich diesem überparteilichen Schulterschluß verwehrt haben. Gewalt ist stets zu verurteilen. Und das unabhängig von der politischen Haltung und Meinung“, mahnte der ÖVP-Fraktionsvorsitzende Markus Wölbitsch.

Unbekannte greifen Verbindungshaus mit Sprengsatz an

Auch die Sozialdemokraten kritisierten die Grünen. SPÖ-Fraktionschef Josef Taucher warf den Grünen Doppelmoral vor und nannte ihre Haltung verstörend.

Auf Nachfrage erläuterte der Grünen-Fraktionschef David Ellensohn, seine Partei verurteile „selbstverständlich Gewalt in jeglicher Form“. Er verwies jedoch auf einen Brandanschlag auf ein linkes Camp, nach dem es keine gemeinsame Erklärung gegeben habe.

Bei dem Angriff Mitte Januar auf das Vereinslokal der Burschenschaft Olympia setzten die rund 30 vermummten Täter Farbbeutel und Feuerwerkskörper ein. Außer der Fassade wurden auch zwei geparkte Autos beschädigt.

Immer wieder kommt es zu Attacken von Linksextremen auf Studentenverbindungen in Deutschland und Österreich. So zündeten Unbekannte am Silvesterabend einen Sprengsatz an einem Verbindungshaus in Kassel. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 1.000 Euro. Verbindungsstudenten berichten, daß in einigen Hochschulstädten Gewalt und Drohungen gegen sie alltäglich sind. (ag)

Linksradikale demonstrieren gegen Burschenschaften (Archivbild) Foto: (c) dpa
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