Mädchen und Jungen sollen gleichermaßen mit Lego spielen, wünscht sich der Spielzeughersteller Foto: picture alliance/AP Photo | Jens Dige
Mädchen und Jungen sollen gleichermaßen mit Lego spielen, wünscht sich der Spielzeughersteller Foto: picture alliance/AP Photo | Jens Dige

Kinder und Gender
 

Lego bietet Spielzeug geschlechtsneutral an

BILLUND. Der dänische Spielzeughersteller Lego hat angekündigt, seine Produkte künftig geschlechtsneutral zu vermarkten. „Die Vorteile des kreativen Spielens kommen allen Kindern zugute, und dennoch erleben wir immer noch uralte Stereotypen, die Aktivitäten als nur für ein bestimmtes Geschlecht geeignet einstufen. Wir von Lego wissen, daß wir dazu beitragen müssen, dies zu ändern, und diese Kampagne ist eine von mehreren Initiativen, mit denen wir das Bewußtsein für dieses Thema schärfen und sicherstellen wollen, daß das“ Spielen mit Lego so integrativ wie möglich ist, sagte die Marketing-Chefin des Unternehmens, Julia Goldin.

Weiterhin betonte sie, alle Kinder sollten die Möglichkeit haben, ihr wahres kreatives Potenzial auszuschöpfen. Die „Ready for Girls“-Kampagne solle sicherstellen, daß Mädchen nicht auf aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen auf die Vorteile des Lego Spielens verzichten müssen.

Zu diesem Zweck sollen die Spielsachen nicht mehr nach Geschlechtern gekennzeichnet werden, sondern auf der Lego-Homepage nach Alter, Interessen und Themen sortiert sein. Außerdem würden mehr Frauen als Vorbilder in die Produkgestaltung einbegzogen.

Kalifornien erläßt Gesetz für geschlechtsneutrale Werbung

Unterdessen hat der US-Bundesstaat Kalifornien ein Gesetz beschlossen, daß von Einzelhändlern verlangt, Spielzeug und weitere Kinderartikel geschlechtsneutral anzubieten. Demnach wird Spielwarenhändler zwar nicht verboten, eigene Abteilungen für Jungen und Mädchen zu haben, große Geschäfte müssen jedoch eine zusätzliche geschlechtsneutrale Abteilung einrichten, die eine „angemessene Auswahl“ an Produkten bereithalten soll, berichtete die BBC.

Der demokratische Abgeordnete Evan Low, der an dem Gesetz mitarbeitete, begründete den Vorstoß: „Die Trennung von Spielzeug durch ein soziales Konstrukt, das festlegt, was für welches Geschlecht geeignet ist, ist die Antithese modernen Denkens.“ Die Unterscheidung von Spielsachen nach Geschlechtern zu sortieren, habe dazu geführt, daß es in Abteilungen für Jungen mehr Spielzeug für Wissenschaft und Technik gebe. Im Gegenzug sei bei Mädchen mehr Wert auf Themen wie Babypflege, Mode und Haushalt gelegt worden.

In der Vergangenheit hatte es bereits ähnliche Gesetzesentwürfe gegeben. Diese waren jedoch abgelehnt worden. Kritiker argumentierten, sie stellten einen Eingriff in die Meinungsfreiheit und die Fähigkeit der Händler dar, sich dem freien Markt anzupassen.

Mattel schafft „genderinklusive“ Puppe

Lego brachte im Mai ein Figurenset heraus, daß mit seinen bunten Figuren die LGBTQ-Gemeinschaft symbolisieren sollte. Legos Vizepräsident für Design, Matthew Ashton, äußerte damals: „Mein Ausgangspunkt war, daß wir als Gesellschaft mehr tun könnten, um einander zu unterstützen und unterschiedliche Lebensweisen anzuerkennen.“ Da er selbst zur LGBTQ-Gemeinschaft gehöre, sei es ihm ein Bedürfnis, voranzugehen – und allen, die es brauchten, etwas „LEGO Love“ zu schicken.

Bereits 2019 kündigte der Spielzeughersteller Mattel an, eine „genderinklusive“ Puppe auf den Markt zu bringen. Die neue Puppe sollte frei von geschlechtlichen Zuschreibungen sein und mit männlicher und weiblicher Kleidung verkauft werden. Der Konzern sah in der Puppe eine Antwort auf die Bedürfnisse moderner Kinder. (ag)

Mädchen und Jungen sollen gleichermaßen mit Lego spielen, wünscht sich der Spielzeughersteller Foto: picture alliance/AP Photo | Jens Dige
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