Ermittler an einem der Tatorte nach dem Anschlag in Wien
Ermittler an einem der Tatorte nach dem Anschlag in Wien Foto: picture alliance / AP Photo
Täter war IS-Sympathisant

Terroranschlag von Wien hatte islamistisches Motiv

WIEN. Nach der tödlichen Terrorattacke von Wien gehen die Ermittler von einem islamistischen Motiv aus. Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sagte am Dienstag morgen, bei dem von der Polizei erschossenen Täter habe es sich um einen Sympathisanten der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) gehandelt.

Der Journalist Florian Klenk schrieb auf Twitter, der Mann sei im Jahr 2000 in Wien geboren und habe albanische Wurzeln. Der Verfassungsschutz habe ihn auf dem Radar gehabt, weil er nach Syrien ausreisen wollte, im Juli aber daran gehindert wurde. Daß er einen Terroranschlag planen könne, habe ihm die Polizei nicht zugetraut.

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Nach Behördenangaben vom Dienstag morgen wurden bei dem Anschlag vier Passanten getötet und 17 weitere verletzt. Ein Polizist, der schwer verletzt wurde, befand sich zuerst in kritischem Zustand, dieser sei nun aber stabil.

Erschossen wurde zudem auch einer der Attentäter. Er war mit einem Sturmgewehr und einem Sprengstoffgürtel bewaffnet. Entgegen früherer Meldungen handelte es ich bei dem Gürtel jedoch um eine Attrappe. Zuvor hatte die Kronen-Zeitung berichtet, der Attentäter habe sich in die Luft gesprengt.

Kurz: „Es ist definitiv ein Terroranschlag“

Mindestens ein weiterer Täter soll noch flüchtig sein. Mehrere Personen aus dem Umfeld des erschossenen IS-Sympathisanten wurden festgenommen. „Wir können derzeit nicht ausschließen, daß es noch andere Täter gibt“, warnte Innenminister Nehammer die Bevölkerung.

Zuvor hatte bereits Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich an sicheren Orten aufzuhalten und die Nachrichten zu verfolgen. „Es ist definitiv ein Terroranschlag“, unterstrich er. Kurz will am Mittag eine Erklärung abgeben.

Laut Polizei gab es in der Wiener Innenstadt am Montag abend insgesamt sechs Tatorte, an denen geschossen wurde, einer davon in der Näher einer Synagoge. Ob diese ein konkretes Ziel des Anschlags war, ist mittlerweile aber unklar. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, dies könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht gesagt werden.

Merkel verurteilt Anschlag von Wien

Zum Tatzeitpunkt befanden sich zahlreiche Gäste in den Bars und Restaurants in der Innenstadt, da es der letzte Abend war, an dem diese vor dem neuerlichen Corona-Lockdown noch geöffent waren. Wie Deutsch dem ORF berichtetet, habe der Attentäter mehr als hundert Schuß wahllos auf Gäste und Passanten abgefeuert.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag. Sie sei in diesen schrecklichen Stunden in Gedanken bei den Wienern und den Sicherheitskräften. „Wir Deutschen stehen in Anteilnahmen und Solidarität an der Seite unserer österreichischen Freunde“, hieß es in einer von Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme.

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„Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf.“ (krk)

 

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