Einigung getroffen

Ziel Europa: Einwanderer dürfen von Bord der „Alan Kurdi“

VALLETTA. Die 40 afrikanischen Einwanderer vom Flüchtlingschiff Alan Kurdi dürfen in Malta an Land. Das kündigte Regierungschef Joseph Muscat laut Nachrichtenagentur dpa an. Die Bundesregierung und die EU-Kommission hätten sich auf eine Verteilung aller Personen verständigt. Wie viel davon Deutschland erneut aufnimmt, blieb zunächst unklar.

Die Flüchtlinge stiegen am Sonntag außerhalb der maltesischen Hoheitsgewässer auf ein Schiff der maltesischen Marine um. Dieses sollte sie dann laut der Regierung in Valletta an Land bringen.

Die Flüchtlingsorganisation Sea-Eye veröffentlichte auf Twitter ein Video, das die feiernden Afrikaner zeigt, nachdem sie erfahren haben, daß sie nach Malta dürfen.

Die Alan Kurdi  hatte die Einwanderer, die überwiegend von der Elfenbeinküste und aus Kamerun stammen, am Mittwoch vor der Küste Libyens an Bord genommen. Ein Reporter der Bild-Zeitung begleitet das Schiff auf seiner Reise.

Deutschland übernimmt regelmäßig Flüchtlinge

Italien verweigerte der Alan Kurdi jedoch wie schon in der Vergangenheit das Einlaufen in einen seiner Häfen. „Es ist eine deutsche Nichtregierungsorganisation, also weiß sie, wohin sie fahren kann, aber nicht nach Italien. Punkt“, schrieb Italiens Innenminister Matteo Salvini (Lega) auf Twitter. Sea-Eye kündigte daraufhin an, nicht in italienische Gewässer fahren zu wollen.

Deutschland gehört zu den Ländern, die sich regelmäßig bereit erklären, Einwanderer von Flüchtlingsschiffen aus dem Mittelmeer aufzunehmen. Erst kürzlich zeigte eine Anfrage der AfD im Bundestag, daß die Bundesregierung sich immer wieder einverstanden erklärt, einen Teil der Afrikaner zu übernehmen. Die Partei warnte daher, das Verhalten Deutschlands könne sich zu einem nicht unbedeutenden Pullfaktor entwickeln. (krk)

Rettungsring auf der „Alan Kurdi“ Foto: picture alliance/Pavel D. Vitko/Sea Eye/dpa

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